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Investoren finden: so gehst du es richtig an

Du hast die eine, erfolgsversprechende Geschäftsidee und möchtest diese endlich verwirklichen. Deine Ziele sind groß und du bist von den Inhalten deiner Arbeit überzeugt. Endlich unabhängig vom Arbeitgeber und vor allem selbstbestimmt arbeiten. Selber ein Unternehmen zu Gründen ist für viele sehr reizvoll, der Schritt in die Selbständigkeit kann aber auch einige Herausforderungen mit sich bringen, wenn man es falsch angeht. Für die Umsetzung der eigenen Geschäftsidee fehlt es nämlich oft an Geld, Wissen und den nötigen Kontakten.
Daher heißt es oftmals in der Gründungsphase: Investoren finden!

Doch einen passenden Investor zu finden und diesen dann noch zu überzeugen ist gar nicht so leicht.
Selbst, wenn dein Konzept vielversprechend aussieht, dein präferierter Kapitalgeber investiert auch in dich als Gründer.
Selbstständigkeit erfordert Mut, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, es fließt also viel Leidenschaft in das eigene Geschäftsmodell.
Wo und wie du die passenden Investoren finden und letztendlich von dir und deiner Geschäftsidee überzeugen kannst erfährst du im Folgenden….

Darüber solltest du dir von Anfang an im Klaren sein

Du wirst keinen Investoren finden, wenn du nicht von vorne herein dazu bereit bist Anteile deiner Firma abzugeben.
Ein passendes Video dazu findest du hier.
Mit deiner Abgabe, steht den Investoren in den meisten Fällen ein Mitspracherecht angepasst an den prozentualen Besitzanteil zu. Insbesondere in den ersten Phasen solltest du damit rechnen zwischen 15% und 30% abgeben zu müssen. Ab einem Anteil von über 25,1% besteht eine Entscheidungsmacht mit Einfluss auf die internen Prozesse.

Wo befindet sich mein Unternehmen.

Wo befinde ich mich?

Um ein Investor zu gewinnen, solltest du dir zunächst bewusst machen, wo du dich befindest und wo du hin möchtest.
Deshalb solltest du dir, bevor du dich auf die Investorensuche begibst, deine Wünsche und Ziele bewusst machen.
Möchte ich nur eine Finanzspritze oder eine langfristige Partnerschaft?
Aber auch Mentalität und Wertvorstellung von dir und deinem Investor sollten übereinstimmen.
Schließlich sollte deine Geschäftsidee auch zum Horizont des Investors passen.
Damit du auf passende, potenzielle Investoren zu gehen kannst, solltest du dir zunächst darüber im Klaren sein, in welcher Phase deine Firma aktuell steckt.

Seed Phase beschreibt die eigentliche Gründungsphase deines Unternehmens. Ein gut aufgestelltes Gründerteam ist hier ein wichtiger Baustein, denn zu Beginn treffen Expertise und Fähigkeiten häufig auf eine Startup-Mentalität. Also muss dein Team flexibel agieren können. Einzelgründer haben daher in dieser Periode einen Nachteil gegenüber mehreren.

Startup Phase spezifiziert die Schritte, die dein Unternehmen nach Gründung bis hin zur Markteinführung durchläuft. Du forschst und entwickelst fleißig dein Produkt und arbeitest täglich am Aufbau deines Vertriebs- und Produktionsnetzwerks. Von deinem Produkt existiert bereits ein Prototyp oder ist bereits finalisiert. Der Markteintritt steht kurz vor der Tür und die Kundenakquise ist bereits in vollem Gange. Während dieser Zeit werden Investoren insbesondere zur eigentlichen Gründungsfinanzierung und Produktentwicklung herangezogen. Jetzt heißt es das Unternehmen bekannt zu machen, weshalb ein Teil der Investitionen in die Marketingaktivitäten gesteckt wird.
Auch in dieser Phase noch beanspruchen die Aufwendungen deutlich mehr Kapital, als bereits erwirtschaftet werden kann. Gründer greifen deshalb gerne auf Kredite von sogenannten Business Angels oder auf Fördermittel zurück.

First Stage entspricht der Wachstumsphase. Dein Vertrieb wird weiter auf- und ausgebaut und die ersten direkten Konkurrenten kommen auf den Markt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musst du jetzt deine Produkte und/oder Dienstleistungen weiterentwickeln. In dieser Phase sind größere Finanzierungen durch Fremdkapital möglich und sinnvoll.
Die Bridge Phase gehört ebenfalls zur Wachstumsphase und umschreibt eine weitreichende Expansion, den Gang an die Börse.
Hierzu wird meistens Kapital in Form einer Überbrückungsfinanzierung zur Verfügung gestellt, dass mit den Erträgen des Börsengangs beglichen wird. Geldgeber sind in den meisten Fällen Investment-Banken und Emissionsgesellschaften.

Welcher Investor ist der Richtige?

Nachdem du dir über den Standpunkt deines Unternehmens im Klaren bist und realistisch einschätzen kannst, an welchen Punkten du Unterstützung benötigst, machst du dich auf die Suche.
Allerdings fordert das Investorenfinden Disziplin und Ausdauer. Um Zeit und Ressourcen zu schonen solltest du daher einige Punkte beachten.
Die Beantwortung der folgenden Fragen grenzt den Kreis der potenziellen Investoren ein. Demotivierende Rückschläge lassen sich so verhindern und du sprichst die Richtigen mit deiner Idee an.

Hat der potenzielle Investor bereits Erfahrungen in der Branche?

Wenn ich von meinem Investor Expertise und Fachwissen erwarte, sollte das auf jeden Fall gegeben sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass Fehleinschätzungen des Investors Prozesse erschweren oder beeinträchtigen, da eventuell Erfahrungswerte anderer Branchen nicht auf den jeweiligen Markt übertragbar sind.
Außerdem kann ein Investor mit Branchenerfahrungen Zugang zu wichtigen Netzwerken schaffen und das Vermitteln von wichtigen Kontakten deutlich erleichtern.

Hat der Investor bereits in eine Unternehmensgründung investiert?

Beschaffe dir Informationen zum Image des Investors. Hat er bei Projekten mit anderen Gründern Durchhaltevermögen gezeigt oder stand hierbei immer nur der schnelle Gewinn im Vordergrund? Sieh dir die Unternehmen an, die entsprechende Förderungen bezogen haben und welches Wachstum sie verzeichnen.
Wann ist der Investor ausgestiegen und vor allem für wie viel? So kannst du auch einschätzen, wie der potenzielle Investor auf Planabweichungen reagiert.
Bedenke aber immer, dass obiges nicht mehr von Relevanz ist, wenn die Chemie zwischen euch nicht stimmt und ihr die Lust an der Zusammenarbeit verliert. Ihr werdet viel Zeit miteinander verbringen, zusammen Brainstormings machen oder Kontakte knüpfen. Viele Unternehmerische Entscheidungen lassen sich nicht über einen Videocall besprechen, daher ist die örtliche Nähe ebenfalls vorteilhaft.

5 verschiedene Investortypen

Jetzt weist du wo du dich befindest und an welchen Stellen du Support benötigst. Aber welche Arten von Investoren gibt es überhaupt und wie investieren sie?
Grundsätzlich wird zwischen fünf verschiedenen Arten von Investoren unterschieden:

  • Inkubatoren
  • Company Builder
  • Acceleratoren
  • Venture Capital Gesellschaften
  • Business Angels

5 Investortypen
Inkubatoren legen Wert auf eine enge Zusammenarbeit. Daher geht die Unterstützung seitens des Investors meistens über den finanziellen Bereich hinaus. Du bekommst hier ausreichend Input zur Ideenfindung und der Ausbau deines Businessplans ist ebenfalls in professionellen Händen.
Company Builder sind eine etwas andere Form von Investoren, denn hier bringt der Investor die Geschäftsidee mit. Dem entsprechend kommt in diesem Fall der Investor auf dich zu und will dich als Teil seines Gründerteams. Du arbeitest mit deinem Investor und deinem Team Ideen aus und setzt diese dann um. Falls du bereits eine Geschäftsidee hast, kannst du dich von dieser Art von Investor verabschieden.
Der Accelerator beschränkt sich darauf, dich mit Fachwissen und Mentoring zu unterstützen. Finanzielle Spritzen sind in der Regel kein Teil eurer Zusammenarbeit, wenn erhaltet ihr nur kleinere Summen. Meistens ist diese Form der Kooperation nicht von langer Dauer und beschränken sich nur auf einen kurzen Beratungszeitraum. Diese Form des Investments eignet sich, wenn du bereist über Kapital verfügst aber noch den Schubs in die richtige Richtung brauchst.
Venture Capital Gesellschaften sichern dir über einen langfristigen Zeitraum Eigenkapital zu, verringern ihr Verlustrisiko aber meistens durch Kontroll- und Mitspracherechte. Sollte sich dein Unternehmen aktuell in den Early Stages oder der Wachstumsphase befinden, ist es möglich, dass du in dieser Gruppe deinen passenden Investoren finden kannst.
Sogenannte Business Angels sind wohl die bekannteste und beliebteste Form von Investoren. Solltest du nach einer Privatperson suchen, die sich aktiv in dein Unternehmen integriert, meist schon ab den frühen Phasen, ist dieser Art von Risikokapitalgeber deine Anlaufstelle. Du kannst hier häufig von jahrelangem Know-how und Managementqualitäten profitieren. Bei Gründungswettbewerben hast du die Chance mit einem starken Auftritt ein Investor zu überzeugen. Vorausgesetzt du bist flexibel und dynamisch in deiner Unternehmensstruktur, denn eventuell hat dein Business Angel mit seinen Anteilen vor einiges zukunftsweisend zu verändern.

Jetzt heißt es: überzeugen!

Voraussetzung Nummer 1: Du musst zu 1000% von dir und deiner Geschäftsidee überzeugt sein!
Wie willst du jemand anderen überzeugen, wenn du es selbst nicht bist? Du wirst besonders zu Anfang mit viel Gegenwind rechnen müssen.
Überzeuge mit deiner starken Persönlichkeit!
Heutzutage sind die Markteintrittsbarrieren aufgrund von Internet und ausgereiften Techniken viel geringer als vor einigen Jahren. Ein Investor investiert daher in erster Linie in dich als Person.
Die folgenden Charaktereigenschaften solltest du auf jeden Fall mitbringen, wenn du jemanden davon überzeugen willst, in dich zu investieren:

  • hohe Leistungsbereitschaft
  • Durchhaltevermögen
  • hohe Frustrationstoleranz
  • konstruktive Denkweise
  • Fachkenntnisse
  • kaufmännisches Wissen
  • Talent für Vertrieb und Akquise
  • Führungspotenzial

Der perfekte Pitch

Eine gute Vorbereitung und ein professionelles Auftreten sind das A und O in diesem Zusammenhang! Für viele Investoren gehören Gründer, die nach Kapital fragen zum Tagesgeschäft.
Stich heraus!
Stelle einen soliden und vor allem REALISTISCHEN Businessplan auf. Du musst über deine Zahlen Bescheid wissen! Eine zu hohe Unternehmensbewertung von deiner Seite schreckt ab und steht einem möglichen Investment im Weg.
Stelle deine Idee in einer gut durchdachten und interessanten Präsentation dar. Niemand hat Lust sich über 50 Seiten hinweg nur Zahlen und Fakten durchzulesen.
Fasse die Eckdaten deines Unternehmens und deiner Geschäftsidee auf ungefähr 15 Seiten in einer Executive Summary oder einem sogenannten Pitchdeck zusammen.
Am Ende nicht erfolgsrelevant, aber am Anfang entscheidend: der oberflächliche (erste) Eindruck. Hier kommt es natürlich auf die Branche an aber bedenke immer, dass deine Kleidung deine Persönlichkeit unterstreicht.
Um ein Investor finden und beeindrucken zu können, musst du ein „return on investement“ in Aussicht stellen. Du benötigst dafür eine klare Wachstumsstrategie, bereite dich hier auch auf eventuelle Fragen der Kapitalgeber vor. Sei transparent und ehrlich, auch wenn das unangenehm sein kann, anders wirst du nicht das Vertrauen des Investors gewinnen. Kläre im Voraus aus rechtlicher Perspektive alles ab, nur so stellst du sicher, dass Folgefinanzierungen möglich sind und keine Partei benachteiligt wird. Wie würde ein plausibles Exit Szenario aussehen?

Präsentiere dein Produkt als Problemlösung!

Dein Produkt stellt sich vor den Investoren nur als gewinnbringend dar, wenn Bedarf am Markt herrscht. Schaffe bei deinem Wunschinvestor das Bewusstsein für ein bestehendes Problem, was dein Produkt oder deine Dienstleistung löst. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du das Ganze noch mit aussagekräftigen Statistiken und Zahlen belegen.
Im Zuge der Marktrelevanz solltest du näher auf deine Zielgruppe eingehen. Welche Zielgruppe sprichst du an und wieso wirst du dort Erfolg haben?

Und nun das Wichtigste: dein Alleinstellungsmerkmal!

Du wirst keinen Investoren finden, wenn dein Produkt in dieser Form schon unzählige Male auf dem Markt vertreten ist. Also mache deutlich klar, was genau dein USP ist und wie sich dein Produkt von anderen unterscheidet. Nachdem du dich, deine Geschäftsidee und dein Produkt präsentiert hast, mache einen konkreten Vorschlag für den nächsten Schritt. So weiß der Investor, dass du gut informiert und strukturiert arbeitest und handelst.

Kleiner Tipp zum Schluss:

Drehe mögliche Schwächen zu deinem Vorteil um. Ein junges Alter kann zunächst als negativ interpretiert werden, da dies eventuell mit unprofessionellem Verhalten und Leichtsinn in Verbindung gebracht wird. Im Gegensatz dazu sind junge Gründer viel flexibler, können unvoreingenommen und ohne Branchenblindheit eine Geschäftsidee verwirklichen und so Investoren finden.

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