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Mit der Scrum Methode dein Unternehmen unterstützen

Wer auf der Suche nach einer modernen und erfolgversprechenden Management Methode für sein anstehendes Projekt ist, der sollte auch prüfen, ob nicht auch eine der agilen Management Methoden passen könnte. Eine der erfolgreichsten der agilen Management Methoden ist die Scrum Methode, die wir hier kurz vorstellen wollen.

Die Entstehung der Scrum Methode

Der Begriff Scrum (englisch für Gedränge) stammt aus dem Rugby Sport und bedeutet „angeordnetes Gedränge“. Der Begriff ist gut gewählt, denn die Scrum Methode ist ein Rahmenwerk für die Zusammenarbeit im Scrum-Team, welches selbstorganisiert eine Produktentwicklung umsetzt. Also ein Team von Entwicklern, die in dem „angeordneten Gedränge“ eigenständig und selbstorganisiert die Entwicklungsarbeit umsetzen.

Die Scrum Methode ist eine der agilen Projektmanagement Methoden, die alle ihre Ursprünge in der frühen Softwareentwicklung haben. Die Herausforderung besteht darin, dass es zwar eine Vision davon gibt, was entwickelt werden soll. Jedoch keinerlei Erfahrung darin existierte, wie dies zu entwickeln ist. Diese Aufgabe war mit den bekannten Projektentwicklungs Methoden nicht zu realisieren, es musste ein neuer Ansatz entwickelt werden. 

Bei den agilen Projektmanagement Methoden, so auch bei der Scrum Methode, wird die gesamte Projektentwicklung in viele kleine Etappen aufgeteilt. Man startet in der ersten Etappe, in dem bereits bekannte Entwicklungen in die gewünschte Richtung weiterentwickelt werden. Das Ergebnis dieser ersten Entwicklungsphase wird dann auf seine Tauglichkeit hin getestet. Wenn diese erste „Weiterentwicklung“ gelungen ist, dann beginnt auf deren Grundlage die nächste Weiterentwicklung. So kommt man mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Zwischenschritt dem Entwicklungsziel immer näher. 

Es kann aber auch passieren, dass eine Weiterentwicklung nicht das gewünschte Ergebnis bringt, dann wird diese verworfen und die Weiterentwicklung neu begonnen.

Auf der anderen Seite kommt es bei diesen Produktentwicklungs Methoden häufig vor, dass einige Entwicklungsschritte ganz neue und im Vorfeld noch gar nicht bedachte Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. So kommt es häufig vor, dass das ursprüngliche Entwicklungsziel erweitert oder sogar gänzlich geändert wird. Und am Ende ein anderes Ergebnis herauskommt als zu Anfang geplant. Der Entwicklungsprozess ist eben agil, flexibel und sich selbst verändernd.

Die Besonderheiten der Scrum Methode.

Die meisten der über 40 unterschiedlichen Projektmanagement Methoden sind immer detailliertere Methoden für ganz bestimmte Anwendungsbereiche. Ganz anders die Scrum Methode, diese ist absichtlich sehr offen und variabel gestaltet, damit diese auf möglichst viele Projektentwicklungen angewendet werden kann. Die Scrum Methode kannst du für nahezu jedes Projekt, jede Entwicklung oder Dienstleistung nutzen.

Der Aufbau der Scrum Methode.

Die Scrum Methode soll einen Rahmen für die Entwicklungsarbeit geben, der an jedes Projekt angeglichen wird. Deshalb hat diese Methode möglichst wenige Werkzeuge und Rollen, um eine größere Flexibilität ermöglichen zu können.

Das Scrum-Team besteht aus den drei Rollen: Produkt-Owner, Entwicklungsteam und Scrum-Master. Die Gesamtheit dieser drei Rollen bildet das innere Scrum-Team. Äußere Beteiligte nennt man Stakeholder, dies können die Kunden oder Auftraggeber, die Anwender oder das Management der eigenen Firma sein. Alle Stände der Entwicklung, jeder Fortschritt und sämtliche Zwischenergebnisse sind für alle Stakeholder transparent.

Product Backlog:

Das Ziel der Entwicklung wird über eine Auflistung der Anforderungen und Wünsche an das Produkt definiert, diese Auflistung wird Product Backlog genannt. In das Product Backlog werden alle Sprints und deren Increments eingetragen. Und das Product Backlog immer wieder angepasst und teilweise auch verändert.

Sprints, Sprint Planning und Sprint Backlog:

Die gesamte Entwicklungsarbeit wird in kleine einzelne Abschnitte aufgeteilt. Jeder einzelne dieser kleinen Arbeitsabschnitte wird Sprint genannt. Was und wie im kommenden Sprint entwickelt werden soll, wird im Sprint Planning festgelegt und im Sprint Backlog festgehalten.

Daily Scrum:

Zu Beginn eines jeden Arbeitstages wird eine kurze Gesprächsrunde von ca. 15 Minuten abgehalten, in der jeder einzelne Mitarbeiter aus dem Entwicklerteam seinen aktuellen Entwicklungsstand vorstellt. Es wird berichtet, woran man gerade arbeitet, was man am Vortag erreicht hat, was man für den heutigen Tag plant hat und welche Probleme oder Hindernisse aufgetreten sind. In dieser Runde werden keine Probleme gelöst oder diskutiert, es ist ein reiner Informationsaustausch, damit jedes Team Mitglied immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklung ist.

Increment:

Am Ende eines jeden Sprints soll ein funktionstüchtiges Ergebnis entstehen, dieses nennt man Increment.

Sprint Review:

In der anschließenden Sprint Review wird das Increment bewertet und eine eventuelle Anpassung des Product Backlogs, das sogenannte Product Backlog Refinement besprochen.

Definition of Done (DoD):

In der Definition of Done legt das Team die Bedingungen fest, die erfüllt sein müssen, damit ein Increment als fertig entwickelt gilt und dem Kunden übergeben werden kann. Darin sind auch die Qualitätskriterien, Testbedingungen und Kommentare enthalten.

Definition of Ready (DoR):

Die Definition of Ready ist der nächste Schritt. Sie soll sicherstellen, dass wirklich alle Schritte des Sprints erledigt wurden und ein neuer Eintrag in das Product Backlog erfolgen kann. Darin ist auch festgelegt, wie dieser Eintrag auszusehen hat.

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Die 3 Rollen der Scrum Methode:

Der Product-Owner:

Der Product-Owner ist für die Eigenschaften der Produktentwicklung und für den wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich. Er pflegt das Product Backlog. Er erstellt und priorisiert die zu entwickelnden Eigenschaften und Inhalte der Sprints. Er ist für die Balance aus: den zu entwickelnden Eigenschaften, den Auslieferungszeitpunkten und den Kosten verantwortlich. Und er hält regelmäßig Rücksprache mit den Stakeholdern. Der Product-Owner ist eine einzelne Person, kein Gremium aus mehreren Personen.

Das Entwicklungsteam:

Das Entwicklungsteam übernimmt die eigentliche Entwicklungsarbeit, wie diese im Product Backlog aufgeführt ist. Dabei arbeitet das Entwicklungsteam absolut selbstorganisiert, es lässt sich von niemandem vorschreiben, wie die einzelnen Entwicklungsschritte umgesetzt werden. Auch nicht vom Product-Owner, Scrum-Master oder einem Stakeholder. Ein Entwicklungsteam besteht aus mindestens 3 Mitgliedern, es sollten jedoch maximal nicht mehr als 9 Mitglieder sein. 

Die Teams sind interdisziplinär besetzt, um alle für die Entwicklung notwendigen Fähigkeiten und Expertisen abdecken zu können. Wie zum Beispiel: Architekt, Entwickler, Tester, Dokumentationsexperte, Datenbankexperte und so weiter. Die idealen Teammitglieder sind sowohl Experten als auch Generalisten, um das nötige Fachwissen für die Entwicklung mitzubringen, aber auch anderen Teammitgliedern bei deren Arbeit helfen zu können. Alle Ergebnisse in der Entwicklungsarbeit, egal ob positiv oder negativ, werden keinem einzelnen Mitarbeiter zugeordnet, sondern immer dem gesamten Team.

Der Scrum-Master:

Der Scrum-Master ist der Coach des Entwicklerteams, sozusagen eine dienende Führungskraft. Er arbeitet mit dem Entwicklerteam eng zusammen, gehört aber nicht dazu. Seine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, eine Atmosphäre zu schaffen, die optimale Entwicklungsarbeit ermöglicht. Er überprüft die Einhaltung der Scrum Regeln und kümmert sich um die Behebung von Störungen. Dies können auch persönliche Konflikte im Entwicklerteam oder mangelnde Kommunikation sein. Aber auch Störungen durch die Zusammenarbeit mit dem Product-Owner und den Stakeholdern. Und er moderiert die Sprint Retrospektiven, das Sprint Planning und das Backlog Refinement.

Scrum Methode

Die drei Stakeholder:

Als Stakeholder werden im Scrum die Rollen bezeichnet, die nicht zum Scrum-Team gehören, aber dennoch wichtige Funktionen in der Produktentwicklung haben.

Kunden:

Bei den Kunden unterteilt man zwischen internen Kunden und externen Kunden. Zu den internen Kunden zählen zum Beispiel, andere Abteilungen der Firma, für die ein Produkt entwickelt wird. Und externe Kunden sind demnach fremde Firmen oder Personen, die eine Produktentwicklung in Auftrag geben. Die Produktentwicklung findet in einem regelmäßigen Austausch zwischen Scrum-Team und den Kunden statt. Der Product-Owner steht in einem sehr engen Kontakt mit dem Kunden und bespricht alle Sprints und Incements mit denen.

Anwender:

Die Anwender sind die Personen, die mit dem entwickelten Produkt arbeiten. Ein Anwender kann, muss aber nicht der Kunde direkt sein. Für das Scrum-Team sind die Anwender besonders wichtig, deren Erfahrungen und Berichte aus der praktischen Arbeit mit dem Produkt gehen in die Entwicklung ein.

Management:

Das Management trägt die Verantwortung für die Rahmenbedingungen. Dazu gehören die Bereitstellung der nötigen Räumlichkeiten und der Arbeitsmittel sowie die adäquate Zusammensetzung des Scrum-Teams.

Die drei Säulen der Entwicklungsarbeit.

1. Transparenz: 

Alle wesentlichen Bestandteile der Entwicklung, jeder Fortschritt und auch jedes Hindernis und jeder Fehler werden regelmäßig dokumentiert und sind allen Teammitgliedern jederzeit zugänglich.

2. Überprüfung: 

Alle Entwicklungsergebnisse, alle „Sprints“ werden regelmäßig abgeliefert und diskutiert.

3. Anpassung: 

Alle Anforderungen sowie die Pläne und Vorgaben für die „Sprints“ werden regelmäßig geprüft und angepasst. Es erfolgt eine ständige Überprüfung der Ist-Zustände mit der Vision und Idee von Endergebnis. Und somit eine kontinuierliche Anpassung der Entwicklung dem Ziel zugewandt.

Die wichtigsten Vorteile von Scrum:

  • Wenige Regeln, daher leicht verständlich und schnell umsetzbar
  • Kurze Kommunikationswege
  • Hohe Flexibilität und Agilität durch das adaptive Planen
  • Bessere Motivation und höhere Effektivität durch die Selbstorganisation
  • Transparenz durch regelmäßige Besprechungen
  • Zeitnahe Realisation neuer Produkteigenschaften
  • Kontinuierlicher Entwicklungs- und Verbesserungsprozess
  • Kurzfristige Problem-Identifikation und Lösung
  • Geringer Administrationsaufwand

Die größten Nachteile von Scrum:

  • Kein Gesamtüberblick über die komplette Entwicklungsarbeit
  • Hoher Kommunikations- und Abstimmungsaufwand
  • Wenige konkrete Handlungsvorgaben
  • Zeitverluste bei zu „defensiven” Sprint Planungen
  • Hohe „Tunnelblick-Gefahr”
  • Nur bei Großprojekten, erschwerte Koordination mehrerer Entwicklungsteams
  • Potenzielle Verunsicherung aufgrund fehlender Zuständigkeiten und Hierarchien
  • Eventuelle Unvereinbarkeit mit bestehenden Unternehmensstrukturen

Nachteil von Scrum, aus juristischer Sicht:

Da das Wesen der Scrum Methode darin besteht, flexibel und agil eine Produktentwicklung auf der Grundlage der Definition der Wünsche und Vorstellungen an das Ergebnis der Entwicklung umzusetzen. Es also im Vorfeld keine genauen Festlegungen gibt, was genau wann und wie entwickelt wird. Und häufig nicht einmal festgelegt werden kann, was die Entwicklung kosten wird. 

Ist es nahezu unmöglich, eine Produktentwicklung mit der Scrum Methode in einen normalen Werkvertrag einzubinden. Besonders unter den Gesichtspunkten der Produkthaftung. Dies führt dazu, dass bei Streitigkeiten über die Produktentwicklung keine eindeutige Aussage zur Vertragserfüllung getroffen werden kann.

Scrum Methode

Fazit zur Projektmanagement Methode Scrum:

Die Wahl der optimalen Projektmanagement Methode für ein geplantes Projekt ist abhängig von etlichen Faktoren wie zum Beispiel:

  • Was ist es für ein Projekt.
  • Was soll entwickelt werden oder was ist das Ziel des Projektes.
  • Wie aufwendig ist die Entwicklungsarbeit.
  • Gibt es genaue Vorstellungen von der Entwicklung.
  • Sind die einzelnen Entwicklungsschritte und Tätigkeiten bekannt.
  • Besteht die Möglichkeit, die Entwicklungsarbeit ständig zu begleiten.
  • Ist die Bereitschaft vorhanden, einen Abstimmungsaufwand in Kauf zu nehmen.

Wenn es sich um einen hochkomplexen Entwicklungsauftrag handelt. Von dem es zwar eine Vision gibt, was am Ende entstehen soll, was das Produkt können soll und welche Funktionen enthalten sein sollen. Bei dem es sich jedoch nicht abschätzen lässt, wie das Produkt genau entwickelt werden kann, wie aufwendig die Entwicklung sein wird, wie lange die Entwicklung dauern wird und welche Probleme und Hindernisse auftreten könnten. Dann kann dieses Projekt nur mit der Hilfe einer der agilen Projektmanagement Methoden angegangen werden und dann ist die Scrum Methode optimal dafür geeignet.

Aber Vorsicht! Da es noch keine Idee von dem Aufwand und der Arbeit zu dieser Produktentwicklung gibt, kann auch keine nähere Aussage zu den Kosten und dem nötigen Zeitaufwand für die Produktentwicklung gemacht werden.

Es kann sein, dass die Entwicklung viel teurer wird als im Vorfeld gedacht und dass noch vor der Beendigung der Entwicklung das Geld ausgeht. Und es kann sein, dass die Entwicklung zu aufwendig und zu komplex ist und dass das erhoffte Ziel nicht erreicht werden kann. Es gibt keine Garantie für einen erfolgreichen Abschluss des Projektes.

Das Scrum Projektmanagement kann die Komplexität und Schwierigkeit der Produktentwicklung nicht verringern, jedoch durch die Aufteilung in kleine überschaubare Teilentwicklungen, die Planung und Umsetzung wesentlich erleichtern.

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