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SWOT-Analyse: Stärken und Schwächen analysieren

Die SWOT-Analyse ist ein Tool aus dem strategischen Management. Denn sie soll dich dabei unterstützen, bestimmte Maßnahmen zu entwickeln, wie du die Stärken deines Unternehmens am besten nutzen kannst. Das ist aber noch nicht alles. Richtig angewendet, gibt dir die Analyse auch Hinweise darauf, wie du mit Schwächen und Risiken bestmöglich umgehen kannst. 

SWOT-Analyse: Was versteht man darunter?

Die SWOT-Analyse ist ein Akronym. Darunter versteht man ein Wort, das aus den Anfangsbuchstaben einzelner Wörter zusammengesetzt ist. Was das konkret bedeutet, lässt sich schnell zeigen:

Die Wortanfänge von 

  • Strenghts (auf Deutsch: Stärken)
  • Weaknesses (auf Deutsch: Schwächen)
  • Opportunities (auf Deutsch: Chancen, Möglichkeiten)
  • Threats (auf Deutsch: Risiken, Gefahren, Bedrohungen)

setzten sich zu dem Kunstwort SWOT zusammen. Der Vorteil von Akronymen: Sie dienen gleichzeitig als Gedächtnisstütze. Denn da der Begriff selbst schon die Anfangsbuchstaben der wichtigsten Bestandteile enthält, kann man diese eben nicht so schnell vergessen. 

Woher stammt die Analyse?

Erdacht wurde die SWOT-Analyse an der Harvard Business School. Ebenso wie die BCG-Matrix, hat sie auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Was – auch das analog zur BCG-Matrix – nicht gleichzeitig bedeutet, dass sie nicht mehr up-to-date wäre.

Im Gegenteil. Die SWOT-Analyse wird auch heute noch ziemlich gern für unterschiedlichste Zusammenhänge verwendet. In erster Linie ist die Analyse zwar dazu da, einen Überblick über die Unternehmensentwicklung zu liefern.

Auf der anderen Seite lässt sie sich aber auch auf andere Zusammenhänge im beruflichen Kontext übertragen. Denn nahezu überall wie es Stärken und Schwächen aufzudecken gilt, kommt auch die SWOT-Analyse zum Einsatz. 

Übrigens ist man sich gar nicht abschließend sicher, ob die SWOT-Analyse eine originäre Erfindung der Harvard Business School ist. Schon in dem Buch „Die Kunst des Krieges“des chinesischen Generals Sun Tzu wurde bereits eine Variante der SWOT-Analyse beschrieben. Beeindruckendes Erbe also, mit dem wir uns hier beschäftigen. 

Wie funktioniert die SWOT-Analyse

Wie funktioniert die Methode?

Die SWOT-Analyse verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie beispielsweise die GAP-Analyse auch. Denn letzten Endes geht es darum, durch die Analyse die Stärken und Schwächen des Unternehmens oder der eigenen Idee aufzudecken. Bei der GAP-Analyse lautet das Zeil, die Lücke zwischen Soll- und Ist-Zustand zu finden und auf diese Weise das Unternehmen weiter voranzubringen.

Bei der SWOT-Analyse werden die – wie bereits oben beschrieben – Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der jeweiligen Idee oder des Unternehmens genauer untersucht. Dadurch kannst du für die Zukunft planen. Auf der anderen Seite aber auch sehen, woran es in der Vergangenheit lag.

Es spricht auch gar nichts dagegen, die verschiedenen Methoden und Analysen nebeneinander oder sogar gleichzeitig zu nutzen. Denn unter Umständen lohnt sich für deine konkrete Fragestellung eine Methode eben mehr als eine andere.

Auf der anderen Seite kannst du durch die Kombination auch neue Einsichten gewinnen. Gut möglich, dass du dank der SWOT-Analyse auf Lösungswege kommst, die du mit einer anderen Methode nicht gefunden hättest – umgekehrt gilt das natürlich ebenso. 

Wie läuft die SWOT-Analyse ab?

Um die SWOT-Analyse gewinnbringend einzusetzen, brauchst du zunächst einmal eine ganze Reihe verschiedener Daten. Denn die Analyse-Methode kannst du für ganz verschiedene Zusammenhänge nutzen. Du hast dabei die Wahl zwischen:

  • Analyse des Wettbewerbs
  • Analyse des eigenen Angebots
  • Analyse des Zielmarktes
  • Analyse der Konkurrenz und des Umfelds
  • Analyse der Kundenstruktur

Aus diesem Grund nutzen auch viele Businessgründer als einen der ersten Schritte die SWOT-Analyse. Denn wenn du die Analyse machst, benötigst du ohnehin eine ganze Menge Daten und diese Daten kannst du im nächsten Schritt direkt in den Businessplan übertragen. 

Was natürlich nicht bedeutet, dass du die Analyse nicht auch in anderen Zusammenhängen nutzen könntest. Es bietet sich vielmehr nur an, sie gerade dann zu durchlaufen, wenn du ohnehin einen (neuen) Businessplan erstellen möchtest. 

Aber es bleibt bei der SWOT- Analyse nicht bei der Betrachtung des status quo. Natürlich soll dadurch die weitere Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflusst werden. 

Daraus ergeben sich folgende 4 Schritte der SWOT-Analyse:

  1. Stärken identifizieren
  2. Schwächen erkennen
  3. Chancen und Risiken analysieren
  4. Maßnahmen planen

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Analyse nach dem SWOT-Modell erstellen: Ein Beispiel

Nun aber genug der theoretischen Vorrede. Wenn du wissen möchtest, wie du die Analyse für dein Business oder deine Idee nutzen kannst, solltest du jetzt weiterlesen. Denn an einem Probedurchlauf möchte ich zeigen, was es dabei zu beachten gibt:

Analyse der Stärken

Die Stärken des Unternehmens oder der eigenen Idee aufzulisten, ist ein guter Ausgangspunkt. Denn wenn dir auf Anhieb viele positive Dinge einfallen, beflügelt das ungemein für die weitere Analyse.

Die Analyse der Stärken kannst du dabei in gleich mehreren unterschiedlichen Bereichen ablaufen lassen:

  1. Stärken in Bezug auf die Konkurrenz: Hier geht es zunächst darum festzustellen, was dich positiv von deiner Konkurrenz unterscheidet. An welcher Stelle setzt du dich von der Konkurrenz ab und was kannst du in dieser Hinsicht noch weiter ausbauen. Mit anderen Worten: Wer sein Alleinstellungsmerkmal kennt, kann daraus wichtige Schlüsse ziehen. Einen Hinweis darauf liefern beispielsweise diejenigen Dinge, die die Konkurrenz zu kopieren versucht. Stärken in diesem Sinne können zum Beispiel sein:
      • Gut erreichbarer Standort
      • Aussagekräftige Internetpräsenz
      • Gutes Marketing
  1. Stärken in Bezug auf Kunden: Auch bestimmte Angebote oder Services – beispielsweise in Bezug auf den Kundendienst – können ein Wettbewerbsvorteil für dich sein. Wenn du deinen Kunden etwas bietest, womit du sie langfristig an dein Unternehmen binden kannst, wird auch das dir mehr Erfolg bringen. Stärken in diesem Sinne können sein:
      • Mitarbeiter, die echte Experten auf ihrem Gebiet sind und die Kunden dementsprechend beraten. 
      • Einsatz von Technologien, die einen schnelleren Ablauf für Kunden ermöglichen.
  1. Stärken in Bezug auf das Umfeld: Auch die aktuellen Entwicklungen am Markt müssen in deine SWOT-Analyse mit einfließen. So musst du bei der Analyse des Umfeld beispielsweise auch darauf achten, welche neuen Gesetze in nächster Zeit in Kraft treten werden. Wenn du schon frühzeitig darauf reagieren kannst, kann das ein Vorteil für dich sein. Denn genau das kann dir wiederum dabei helfen, dich von der Konkurrenz abzuheben und ein klares Argument für Neukunden daraus abzuleiten. 

Analyse der Schwächen

Die Analyse der Schwächen geht nach dem gleichen Schema vor. Auch diese Analyse kannst du auf unterschiedlichen Ebenen ablaufen lassen und daraus unterschiedliche Schlüsse ziehen. Auch hier ergeben sich damit:

  1. Schwächen in Bezug auf die Konkurrenz
  2. Schwächen in Bezug auf Kunden
  3. Schwächen in Bezug auf das Umfeld

Die Antworten auf diese Fragen zeigen dir schon sehr gut, wo noch konkreter Nachholbedarf für dich und dein Unternehmen besteht. 

Analyse der Chancen

Chancen für dein Unternehmen ergeben sich dann, wenn du auf externe Entwicklungen gut und schnell reagieren kannst. Aktuelles Beispiel: Wenn du schon vor der Corona-Krise dein Unternehmen auf digitale Abläufe umgestellt hattest, war das vor einigen Monaten ein unschlagbarer Vorteil für dich.

Denn während andere Unternehmen sich noch im Digitalen ausprobieren, musst du nicht warten, sondern kannst voll durchstarten. Die Digitalisierung und vor allem deine Reaktion auf die Herausforderung war also eine echte Chance für dein Unternehmen.

Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Trends oder Entwicklungen. Auch sie können dein Geschäftsmodell nachhaltig beflügeln und dir einen großen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen. Die SWOT-Analyse hilft dir auch dabei herauszufinden, wo die jeweiligen Chancen in deiner Branche liegen. Fragen in diesem Sinne können sein:

  • Gibt es klare Trends, die man vorhersehen kann
  • Wie reagiert die Konkurrenz darauf?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es?
  • Wie kann ich meine Stärken nutzen, um den Vorsprung vor der Konkurrenz weiter auszubauen?

Analyse der Risiken 

Die Risiken in der SWOT-Analyse beziehen sich im Gegensatz dazu darauf, an welcher Stelle deine Konkurrenz besser und schneller reagiert. Vielleicht zeichnet sich schon ab, dass du den Vorsprung in gewissen Bereichen gar nicht mehr so leicht aufholen kannst. 

Die SWOT-Analyse hilft dir dann dabei, den Vorsprung der Konkurrenz nicht noch größer werden zu lassen. Oder aber andere Maßnahmen zu entwickeln, die dein Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Aus bewahren können. 

Fragen im Hinblick auf die Risiken können sein:

  • Was macht die Konkurrenz besser?
  • Wo können andere schneller reagieren?
  • An welcher Stelle ist das Unternehmen noch nicht optimal aufgestellt, falls es zu einem Wechseln in der aktuellen Politik kommt?

Maßnahmen planen

Der letzte Schritt der SWOT-Analyse soll dir schließlich dabei helfen, konkrete Maßnahmen zu planen, damit dein Unternehmen weiter wachsen kann. Um diese konkreten Maßnahmen zu finden, musst du deine Ergebnisse der vorangegangen Analyse miteinander vergleichen. Das kannst du tun, indem du die Ergebnisse in die SWOT-Matrix überträgst:

Stärken Schwächen
Chancen Risiken
  • ….

Je nach dem, welche Felder bei der SWOT-Analyse überwiegen, ergeben sich folgende Strategien für dein Unternehmen: 

Merksatz SWOT-Analyse

  1. Stärken-Chancen-Strategie: Diese Strategie soll dir dabei helfen, dass bestehende Potenzial voll auszuschöpfen. Denn dabei konzentrierst du dich auf die Dinge, in in deinem Unternehmen ohnehin schon gut laufen und optimierst sie noch ein wenig weiter. Die Stärken-Chancen-Strategie kann dir zeigen, wo sich weitere Investitionen lohnen und welche neuen Märkte du erschließen könntest. 
  2. Schwächen-Chancen-Strategie: Hier sieht es nicht mehr ganz durchweg positiv aus. Was aber ebenfalls nicht schlimm sein muss. Denn auch Schwächen bieten ein enormes Potenzial, um das beste für das Unternehmen daraus zu machen. Wenn es dir gelingt, gezielt an den Schwächen zu arbeiten und sie sogar zu überwinden, muss dir die Konkurrenz nicht davonlaufen.
  3. Stärken-Risiken-Strategie: Mit dieser Strategie entwickelst du Maßnahmen, in den du deine Stärken nutzt, um auf Risiken zu reagieren. Durch interne Stärken kannst du sich anbahnende Gefahren für das Unternehmen sogar abwenden – wenn du es richtig machst. 
  4. Schwächen-Risiken-Strategie: Bei dieser Strategie geht es im Prinzip um Schadenbegrenzung. Dabei suchst du Maßnahmen, die die größten Risiken für das Unternehmen minimieren können. Gleichzeitig musst du an den Schwächen arbeiten, damit dieser Bereich grundsätzlich so klein wie möglich bleibt. 
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