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Pygmalion Effekt: Führung durch die Macht der Erwartung

Pygmalion-Effekt
Pygmalion-Effekt

Wäre es nicht herrlich, wenn du deine Mitarbeiter ohne großen Aufwand zu mehr Leistungen antreiben und richtig motivieren könntest? Tatsächlich kann das gelingen. Und zwar mit einer Abwandlung der allseits bekannten selbsterfüllenden Prophezeiung, dem Pygmalion-Effekt. Was man darunter versteht und wie du ihn für dich und dein Team nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel…

Pygmalion-Effekt: Was versteht man darunter?

Der Pygmalion-Effekt, der nach seinem Entdeckter auch Rosenthal-Effekt oder wegen seiner Wirkung auch Versuchsleiter-Erwartungseffekt genannt wird, zählt zu den psychologischen Verzerrungen. Diese Verzerrungen oder Wahrnehmungsfehler werden auch als Bias bezeichnet. Das Interessante dabei: Sie können sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. 

Vereinfacht gesagt meint man mit dem Pygmalion-Effekt folgenden Zusammenhang: Wir nehmen Mitarbeiter (oder Personen im allgemeinen) nie vollkommen neutral wahr. Wir lassen uns dagegen mal mehr, mal weniger von unseren eigenen Erwartungen leiten und beeinflussen. So weit, so unspektakulär. Denn diese Einsicht ist nun wirklich nicht neu, sondern bezeichnet einfach unsere Vorteile oder eben kognitive Verzerrungen, von denen wir alle uns leiten lassen.

Der Pygmalion-Effekt besagt aber noch mehr. Denn unsere Erwartungen, Einstellungen, Annahmen oder gar Vorurteile haben einen Effekt bei den Personen, denen wir begegnen. Sie lassen sich nämlich davon beeinflussen und zeigen Änderungen in ihrem Verhalten. Das kann sogar so weit gehen, dass die Leistungsfähigkeit und Motivation erheblich gesteigert wird. Und jetzt wird es spannend…

Was ist der Pygmalion Effekt

Wie wurde der Rosenthal-Effekt entdeckt?

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sorgte ein Experiment in einer amerikanischen Grundschule für heftiges Aufsehen. Die beiden Sozialpsychologen Robert Rosenthal und Leonore Jacobson entdeckten dabei nämlich den Pygmalion-Effekt. 

Eigentliches Ziel des Feldversuchs war es, die Schüler-Lehrer-Interaktion genauer zu untersuchen und Schlüsse für die Schulpsychologie daraus zu ziehen. Doch – wie hin und wieder in der Wissenschaft – kam es anders als geplant.

Zur Vorbereitung des Versuchs ließen die beiden Psychologen die Grundschulkinder einen Test absolvieren. Diese Test sollte angeblich dazu dienen, die „erfolgsversprechendsten“ Schüler ausfindig zu machen. Die Psychologen behaupteten, dass sie mithilfe des Tests diejenigen Schüler identifizieren könnten, die im nächsten Schuljahr die deutlichste Leistungssteigerung zeigen würden. 

In Wirklichkeit machten sie mit den Schülern aber nur einen herkömmlichen Intelligenztest. Das wussten aber weder Schüler noch Lehrer. Im Gegenteil. Sie waren weiterhin der Meinung, dass die besten Schüler ausgewählt werden würden.

Nach dem Test wurden die Schüler jedoch völlig willkürlich – also ohne auf die Ergebnisse des IQ-Tests zu achten – per Losverfahren ausgewählt. Die Forscher teilten den Lehrern mit, welche Schüler im Test besonders gut abschnitten und daher im nächsten Schuljahr die besten Leistungen zeigen würden. 

Die Ergebnisse der Studie

Nach dem Ende des Schuljahres zeigte sich der Effekt, mit dem wohl niemand in dieser Ausprägung gerechnet hätte: Die Schüler, die angeblich zu den leistungsstärksten der Schule gehörten, hatten tatsächlich bessere Noten. 

Aber nicht nur das. Als am Ende der Studie der Intelligenztest noch einmal wiederholt wurde, konnten diese Schüler auch hier signifikant bessere Ergebnisse erzielen als ihre Klassenkameraden, die nicht ausgewählt wurden.

Das war aber noch nicht alles: Der Pygmalion-Effekt wirkt nämlich auch dann, wenn sich Lehrer (oder andere Personen) vornehmen, andere Personen vollkommen objektiv und neutral zu bewerten. Wie wir schon von anderen kognitiven Verzerrungen wissen, funktioniert das eben nur sehr bedingt.

Auf der anderen Seite können wir unser Wissen um diese Effekte aber nutzen. Denn wie wir aus späteren Untersuchungen des Pygmalion-Effekts in anderen Schulen und Schulklassen wissen, verhalten sich Lehrer nach dem gleichen Schema.

Diejenigen Schüler, die sie für intelligenter und leistungsstärker halten,

  • werden häufiger angelächelt
  • mit mehr Augenkontakt beacht
  • häufiger gelobt
  • bekommen mehr Zeit, für die Beantwortung von Fragen
  • werden häufiger aufgerufen, wenn sie sich melden

Insgesamt zeigten die Lehrer ein Verhalten, dass die Schüler dazu ermutigte, sich zu äußern und am Unterricht teilzunehmen. Genau das hatte schlussendlich einen enormen Effekt auf das Selbstwertgefühl der Schüler und auch auf ihre Leistungen. 

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Der Pygmalion-Effekt in der Mitarbeiterführung

In der täglichen Arbeit als Führungskraft hat der Pygmalion-Effekt natürlich auch Auswirkungen. Denn – wir erinnern uns – er wirkt auch dann, wenn wir denken, uns vollkommen neutral zu verhalten. Streng genommen reicht es also schon, dass du positive Erwartungen hast, um den Mitarbeiter anders zu behandeln. Was, wie wir gesehen haben, nicht unbedingt zum Nachteil des Mitarbeiters werden muss. Doch der Reihe nach.

Der Pygmalion-Effekt kann in der Personalarbeit auf folgende Weise wirken:

  • Auswahl von Personal: Im Bewerbungsprozess solltest du ohnehin sehr vorsichtig sein und die Macht der kognitiven Verzerrungen nicht unterschätzen. Bezogen auf den Pygmalion-Effekt bedeutet das, dass du Informationen, die du vorab über den Bewerber bekommst, nochmal ganz gesondert betrachten solltest. Denn der Rosenthal-Effekt kann auch in die andere Richtung ausschlagen. Wenn du eher negative Informationen über den Bewerber findest, könnte das dazu führen, dass du die Person schlechter einschätzt, als sie es verdient. Im schlimmsten Fall stellst du also einen Mitarbeiter nicht ein, der eigentlich toll ins Team passen würde.
  • Personalentwicklung: Ähnliches gilt auch für die Personalentwicklung. Schlägt der Pygmalion-Effekt bei dir zu, könntest du auch hier die falsche Person auswählen und du nimmst die falsche Person ins Führungskräfteprogramm auf. Zunächst scheint das vielleicht noch nicht so schlimm zu sein, denn wie wir gesehen haben, wachsen die Mitarbeiter mit den Aufgaben. Durchaus denkbar also, dass der Mitarbeiter einen guten Job in der neuen Position macht. Gut ist aber nicht sehr gut und vielleicht hast du wegen des Rosenthal-Effekts einen Mitarbeiter übergangen, der den Job noch besser gemacht hätte. Auch das ist ärgerlich, weil es dich und das Unternehmen letztlich Geld kostet, das an anderer Stelle besser investiert gewesen wäre. 

Pygmalion Effekt nutzen

So nutzt du den Pygmalion-Effekt für deine tägliche Arbeit

Auf der anderen Seite hat der Pygmalion-Effekt natürlich auch eine ganze Reihe von Vorteilen, die du für deine tägliche Arbeit als Führungskraft nutzen kannst. Denn richtig eingesetzt, kannst du den psychologischen Trick dazu nutzen, die Motivation und Produktivität in deinem Team zu steigern. Und das ist noch nicht alles: Der Pygmalion-Effekt hat auch eine selbstverstärkende Wirkung: Wenn Mitarbeiter merken, dass sie sich mehr zutrauen können und auch bei schwierigen Aufgaben Erfolge feiern, pusht das das Selbstwertgefühl ungemein. Genau das trägt dazu bei, dass sie sich noch mehr zutrauen und schließlich auch diese Aufgaben meistern. Damit ist ein positiver Kreislauf in Gang gesetzt, der den Erfolg noch weiter beflügelt. 

Den Rosenthal-Effekt kannst du so in Gang setzen:

1. Vorurteile vermeiden, wo es geht

Sehr wahrscheinlich ist es so, dass du bereits ein festes Bild von deinen Mitarbeitern hast. Wenn man mehrere Monate oder gar Jahre zusammenarbeitet, beleibt das gar nicht aus. Sollte das Bild jedoch negativ sein, wirkt sich das auch auf die Leistungsfähigkeit aus. Mach dir daher klar, dass du den Mitarbeiter nur dann zu Höchstleistungen anspornen kannst, wenn du ihm dazu die Chance gibst. Negative Einstellungen dem Mitarbeiter gegenüber müssen verschwinden, wenn du hervorragende Leistungen aus ihm heraus kitzeln möchtest. 

2. Hohe aber nicht zu hohe Ziele setzen

Mitarbeiter werden durch klare Zielvorgaben angespornt. Damit die ihre volle Wirkung entfalten können, ist es aber auch wichtig, dass sie erreicht werden können. Denn wer den lieben langen Tag damit zubringt, einem Ziel hinterher zu jagen, das unerreichbar ist, wird auf lange Sicht seine Motivation verlieren. 

Auf der anderen Seite darf es natürlich auch nicht darum gehen, zu niedrige Ziele zu setzen. Denn auch das demotiviert auf lange Sicht. Hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Versuch für jeden Mitarbeiter Zielvorgaben vorzubereiten, die minimal über dem liegen, was er gut schaffen kann. Erreicht er das Ziel dann tatsächlich, gibt es denn versprochenen Boost für das Selbstwertgefühl.

3. Hilfe anbieten, wenn nötig

Obwohl du deine Mitarbeiter zu Eigenständigkeit und Eigeninitiative anhältst, bleibst du immer noch Führungskraft. Das bedeutet, dass du deine Hilfe immer anbieten solltest, wenn sie gebraucht wird. 

Mitarbeiter schätzen es übrigens ganz besonders, wenn du das von dir aus machst. Setz dich dazu mit den aktuellen Aufgaben deines Mitarbeiters auseinander und biete ihm an, an einer ganz bestimmten (kritischen, weil schwierigen) Stelle zu helfen. Das wird er als sehr wertschätzenden Umgang wahrnehmen, was sich ebenfalls positiv auf die gesamte Zusammenarbeit auswirken kann. 

4. Positive Kommunikation etablieren

Der Rosenthal-Effekt wirkt nicht nur von oben nach unten, sondern auch innerhalb des Teams. Du kannst daher einiges tun, um den Effekt auf allen Ebenen im Unternehmen zu etablieren. Wenn du dich mit anderen Mitarbeiter über eine weitere Person im Team unterhältst, hast du dazu die Gelegenheit. Sprich so positiv wie möglich über den Kollegen und betone seine positiven Eigenschaften und seinen Einsatz für die Firma. 

Natürlich musst du auch hier etwas darauf achten, dass sich die übrigen Mitarbeiter dadurch nicht zurückgesetzt fühlen. Gelingt dir das aber, kann das zum Erfolg der gesamten Mannschaft beitragen. Denn das führt dazu, dass der Kollege das unbewusste positive Feedback der übrigen Mitarbeiter erhält. Und wohin das fahren kann, haben wir bei dem ersten Experiment zum Pygmalion-Effekt eindrucksvoll gesehen. 

5. Loben, wo es geht

Du musst deine Mitarbeiter übrigens nicht nur über Umwege loben. Warum nicht offen aussprechen, wenn etwas gut gelaufen ist? Leider verfolgen immer noch viele Chefs die Strategie: Nicht geschimpft ist schon genug gelobt. Dass das natürlich in dieser Absolutheit nicht stimmt, dürfte klar sein. Besser ist daher den Mitarbeiter wissen zu lassen, wenn er etwas gut gemacht hat. Nur so kann er die gute bis sehr gute Leistung auch in der Zukunft wiederholen. 

GAP-Analyse: Mehr Wachstum mit der Lückenanalyse

Beitragsbild GAP-Analyse
Beitragsbild GAP-Analyse

Realistische Ziele setzen und gleichzeitig die richtigen Maßnahmen für ein langfristiges Wachstum finden – das verspricht die GAP-Analyse. Noch dazu kannst du mit diesem Tool schön früh herausfinden, wo deine Planung aus dem Ruder läuft. Die Übersicht…

GAP-Analyse: Wozu ist sie da?

Die GAP-Analyse ist in erster Linie dazu da, die Lücke (auf Englisch gap) zwischen der aktuellen Entwicklung und der eigentlichen Planung aufzudecken. Nehmen wir einmal an, du hast dir für das nächste Geschäftsjahr ein bestimmtes Ziel im Hinblick auf die Neukundenakquise gesetzt. Die GAP-Analyse könntest du dann dazu verwenden, dieses Ziel daraufhin zu überprüfen, ob es realistisch überhaupt zu erreichen ist.

Denn mithilfe der GAP-Analyse vergleichst du deine strategische Planung mit dem aktuellen Verlauf. Die Frage lautet dabei, ob das strategische Ziel zu erreichen ist, wenn du alle Maßnahmen genau so wie aktuell weiterlaufen lässt. Fehler – oder Lücken im System  – lassen sich mit dieser Analyse also recht früh erkennen. Was ein großer Vorteil gegenüber anderen Controllingmaßnahmen sein kann. Denn wenn du schnell reagierst, kannst du negative Entwicklungen schneller beheben oder gleich ganz abwenden.

Das ist aber noch nicht alles, was die Analyse leisten kann. Kommst du zu dem Ergebnis, dass die aktuellen Maßnahmen nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen werden, zeigt dir die GAP-Analyse was zu tun ist. Denn mit diesem Tool kannst du die operativen und strategischen Lücken genau bestimmen und passende Maßnahmen ableiten.

Du siehst also: Die GAP-Analyse gehört zu den klassischen Tools im strategischen Management. Aus diesem Grund nutzen folgende Abteilungen die Analysemethode besonders gern und häufig:

  • Marketing: Hier wird die GAP-Analyse genutzt, um die aktuelle Zielplanung bestimmter Marketingaktivitäten zu überprüfen und bei Bedarf neu zu berechnen.
  • Vertrieb: Das anvisierte Kundenwachstum oder die geplante Akquise von Neukunden kann mithilfe der GAP-Analyse analysiert und neu ausgerichtet werden.
  • Personal: Die GAP-Analyse lässt sich auch dazu nutzen, die Performance deiner Mitarbeiter zu überprüfen. Denn anhand der strategischen Analyse kannst du sehen, welche Mitarbeiter ihre Ziele erreichen – und welche eben nicht.
  • Controlling: Gerade im Controlling lässt sich das Analyse-Tool hervorragend einsetzen. Denn damit wird die Lücke zwischen Ist- und Soll-Zustand nicht nur deutlich, es können auch entsprechende Maßnahmen erarbeitet werden.

GAP-Analyse Merkspruch

GAP-Analyse in der Anwendung: Wie funktioniert die Lückenanalyse?

Vorab sei noch einmal darauf hingewiesen: Die GAP-Analyse kann nur funktionieren, wenn es nicht nur bei der Analyse bleibt. Denn die Methode kann dir zeigen, wo die Widersprüche zwischen geplantem Erfolg und tatsächlicher aktueller Entwicklung liegen. Bleibt es aber dabei und du beschränkst dich ausschließlich auf die Analyse, wirst du natürlich keinen Erfolg haben. Vielmehr geht es darum, geeignete Maßnahmen zu suchen, die dir und deinem Unternehmen dabei helfen, das Ziel zu erreichen.

Die GAP-Analyse  kann dir also auch dabei helfen, Ziele zu definieren, die genau passen. Was bedeutet das? Stell dir vor, du besprichst mit deinen Mitarbeitern im Vertrieb, dass sie im nächsten Geschäftsjahr fünf Neukunden für das Unternehmen gewinnen müssen. Mitarbeiter, die dieses Ziel schon im Juli erreicht haben, werden den Rest des Jahres vielleicht nicht mehr so motiviert und produktiv arbeiten – das kostet dich letztlich Geld und versperrt dir den Weg zum Erfolg.

Umgekehrt können Mitarbeiter durch zu krasse Ziele aber auch demotiviert werden, wenn diese einfach nicht erreicht werden können. Wer im Januar schon weiß, dass er in ein paar Monaten mit ziemlicher Sicherheit sein Ziel verfehlt haben wird, ist eben auch nicht mit vollem Elan bei der Sache dabei. Denn Zielvorgaben, die von vorneherein unerreichbar sind, lassen Mitarbeiter an ihren Fähigkeiten zweifeln. Die GAP-Analyse  hilft dir also auch dabei, beispielsweise die Ziele im Jahresgespräch erreichbar zu formulieren. Doch zunächst zur eigentlichen Analyse.

So wendest du die GAP-Analyse für dein Unternehmen an

Wir haben bereits gesehen, dass die GAP-Analyse in unterschiedlichen Zusammenhängen und von unterschiedlichen Abteilungen gleichermaßen genutzt werden kann. Daher sollte dein erster Schritt darin bestehen, dich für einen bestimmten Unternehmensausschnitt zu entscheiden, den du analysieren möchtest. Willst du deine ganze Abteilung, ein kleineres Team oder vielleicht auch nur eine einzelne Maßnahme mit der GAP-Analyse näher betrachten? Das sollte dir zunächst klar sein. Denn nur wenn dir vorher genau klar ist, was du eigentlich untersuchen möchtest, kannst du die GAP-Analyse auch gewinnbringend anwenden.

Die GAP-Analyse besteht aus 3 Schritten, die in der Regel nacheinander durchgeführt werden:

  1. Verschiedene Größen miteinander vergleichen: Hier geht es darum, dein Ziel mit der aktuellen Entwicklung abzugleichen. Was sagen die Zahlen, wenn du an der aktuellen Strategie festhältst? Entwickeln sie sich so, dass du eine realistische Chance hast, deine Planung zu erfüllen?
  2. Lücke interpretieren: Im nächsten Schritt geht es darum, den Gap, also die Lücke zwischen Soll- und Ist-Zustand näher zu quantifizieren.
  3. Maßnahmen entwickeln: Der letzte Schritt schließlich soll dir dabei helfen, die richtigen Maßnahmen zu finden. Hier kann auch ein ganzer Maßnahmenkatalog erarbeitet werden. Wichtig ist nur, dass die Vorschläge dazu beitragen, die Lücke zu schließen.

GAP-Analyse anwenden

Die strategische und die operative Lücke in der GAP-Analyse

Übrigens ist in der GAP-Analyse Lücke nicht gleich Lücke. Und – du ahnst es vielleicht schon – auch das hat Auswirkungen darauf, welche Art von Maßnahmen dir dabei helfen, dein Ziel doch noch zu erreichen.

In der GAP-Analyse unterscheidet man diese beiden Arten von Lücken:

  1. Strategische Lücke: Eine strategische Lücke liegt vor, wenn es einzig und allein an der jeweiligen Strategie liegt, den Gap zwischen Soll- und Ist-Zustand zu schließen.
  2. Operative Lücke: Bezieht sich dagegen auf das gesamte Leistungsspektrum eines Unternehmens. Diese Art von Lücke kann häufig dadurch überwunden – oder zumindest verkleinert werden – wenn Betriebsabläufe optimiert werden können.

 

GAP-Analyse und Ansoff-Matrix

Nahmen wir einmal an, du hast in der GAP-Analyse eine Lücke in deiner Planung entdeckt. Dann willst du nun wahrscheinlich wissen, was du konkret unternehmen kannst, um diese Lücke zu schließen. Die gute Nachricht: Du hast dabei eine ganze Reihe von verschiedenen Möglichkeiten.

Eine davon ist die Ansoff-Matrix, die ohnehin gerne für die Unternehmensentwicklung genutzt wird. Der Vorteil, wenn du Ansoff-Matrix und GAp-Analyse miteinander kombinierst liegt darin, dass du passende Lösungsvorschläge gleich mit bekommst. Du siehst also nicht nur, an welcher Stelle es fehlt, sondern auch, was du dagegen unternehmen kannst.

Und so wendest du die Ansoff-Matrix für deine GAP-Analyse an:

Marktdurchdringung in der GAP-Analyse

Die Ansoff-Matrix besteht aus vier Quadranten, die durch die Kombination untereinander neue Potenziale aufdecken sollen. Der erste Quadrant der Ansoff-Matrix ist dabei die Marktdurchdringung.

Die Idee dahinter: Dein Produkt oder deine Dienstleistung soll so positioniert werden, dass du das beste Ergebnis erzielen kannst. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Fragt sich nur, wie das in der GAP-Analyse erreicht werden kann. Zum Beispiel so: Die GAP-Analyse zeigt dir, an welcher Stelle es noch Potenzial nach oben gibt. Genau das wird nämlich durch den Vergleich zwischen Ist- und Soll-Zustand deutlich.

Wenn du den Vergleich richtig machst, siehst du aber eben auch, an welcher Stelle aktuell noch deine Schwächen liegen und wie du deinen Markt noch besser nutzen und dein Produkt noch besser verkaufen kannst. Unter Umständen helfen dabei schon so „einfache“ Maßnahmen wie ein besserer Kundendienst oder mehr Marketingaktivitäten in den sozialen Netzwerken können schon ausreichen. Auch kurzfristige Angebote, um dich gegenüber deiner Konkurrenz abzuheben, können ein Mittel sein. Was du und dein Unternehmen aber letztlich braucht, ergibt sich auch aus der Ansoff-Matrix.

Marktentwicklung in der GAP-Analyse

Bei der Marktentwicklung etablierst du dein Angebot in einem neuen Markt. Vielleicht ergibt die GAP-Analyse für dein Unternehmen, dass die bestehenden Märkte nicht ausreichen, um deine Ziele zu erreichen. Dann musst du dich auf die Suche nach neuen Absatzmärkten machen.

Das kann zum Beispiel durch neue Kunden(gruppen) und damit die Ausweitung deiner eigentlichen Zielgruppe geschehen, aber auch neue Absatzkanäle bieten sich hier an. Vielleicht bist du auch gerade im digitalen Umbruch und hast noch etwas Spielraum, was diesen Kanal angeht? Zur Marktentwicklung gehören aber auch tatsächlich die geografischen Märkte, also in anderen Regionen oder gar in anderen Ländern.

Produktentwicklung in der GAP-Analyse

Die GAP-Analyse kann aber auch ergeben, dass dein Produkt oder deine Dienstleitung ganz dringend ein Update braucht, um deine Ziele zu erreichen. Das können die oben bereits erwähnten digitalen Tools und Maßnahmen, aber auch umweltfreundliche Aspekte sein, auf die Konsumenten immer mehr Wert legen.

Auch hier gilt: Die GAP-Analyse zeigt dir, wo das Potenzial für dein Unternehmen liegt und welche konkreten Maßnahmen zu daraus entwicklen kannst. Mit etwas Glück musst du auch nicht sofort deine gesamte Produktpalette umkrempeln. Ein paar kleinere Innovationen reichen vielleicht für den Anfang aus.

Diversifikation in der GAP-Analyse

Wenn dir nur noch die Diversifikation weiterhilft, ist das Fluch und Segen zugleich. Denn diese Strategie ist mit einem deutlichen Risiko behaftet. Bei der Diversifikation wendest du dich nämlich von deinem „alten“ Produkt oder Dienstleistung ab und probierst etwas ganz Neues aus.

Ein hohes Risiko bedeutet in diesem Fall umgekehrt nämlich auch, dass der Erfolg umso größer sein kann. Wenn du voll ins Schwarze triffst, wirst du dich vor Kundenanfragen kaum noch retten können.

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Krisenmanagement: so gehst du bestmöglich mit Rückschlägen um

Beitragsbild Krisenmanagement
Beitragsbild Krisenmanagement

Wirtschaftlich schwierige Zeiten erfordern ein gut durchdachtes und strukturiertes Krisenmanagement. Denn nur so kannst du gewährleisten, dass deine Mitarbeiter hinter dir und den Maßnahmen stehen und alles daran setzen, das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen. Wie dir das gelingen kann, erfährst du hier…

Krisenmanagement: Was versteht man darunter?

Mit dem Begriff Krisenmanagement bezeichnet man die Fähigkeit von Führungskräften, unerwartete Situationen im Unternehmen bestmöglich zu lösen. Dazu können sie verschiedene Methoden anwenden, die von der Planung künftiger Handlungen über die Bewältigung der aktuellen Krisen bis hin zur Prävention weiterer Notsituationen  – soweit das überhaupt möglich ist – reichen können.

Gerade aktuell spielt das Krisenmanagement eine ganz besondere Rolle. Wegen der Corona-Pandemie sind einige Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten, von denen man das als Außenstehender vor einigen Monaten noch nicht gedacht hätte –  wie beispielsweise die Lufthansa.

Krisenmanagement wird daher in den nächsten Monaten für viele Führungskräfte wichtig werden. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit werden es nicht alle Unternehmen gut durch die Krise schaffen. Einige müssen Arbeitsplätze abbauen und sind aktuell sogar schon dabei.

Eine Aufgabe von Führungskräften ist es dabei, die Krise so gut wie möglich zu managen und den Mitarbeitern ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein. 

Krisenmanagement: Warum es so wichtig ist

Nicht zu unterschätzen dabei: Nicht immer bist du als Führungskraft überhaupt in der Lage, die sich anbahnende Krise überhaupt publik zu machen. Stell dir vor, dein Unternehmen hat in langer und mühevoller Arbeit ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das die neue Cash-Cow (lies dir zu diesem Thema unbedingt den Artikel zur BCG-Matrix durch) werden sollte. Leider ist irgendwo in diesem Prozess etwas schief gelaufen, denn das Produkt hat nicht den gewünschten Erfolg erzielt.

Stattdessen sitzt ihr nun auf hohen Kosten, die ein Grund dafür sind, dass nun deine Skills im Hinblick auf Krisenmanagement gefragt sind. Denn häufig wirken sich Krisen nicht nur auf die internen Abläufe aus. Auch Lieferanten und Kunden sind in der Regel davon betroffen, wenn es im Unternehmen nicht mehr rund läuft. 

Um zu verhindern, dass sich die Schwierigkeiten noch weiter ausdehnen, solltest du Stillschweigen über die drohende Krise bewahren. Das fällt vielen jedoch gar nicht so leicht. Denn gerade als Führungskraft wälzt man die Probleme, die sich im Unternehmen anbahnen, unentwegt. 

Besonders feinfühlige Mitarbeiter, aber auch einige Kunden und Lieferanten könnten so merken, dass etwas nicht stimmt. Aber genau das möchtest du ja gerade verheimlichen. Mehr als genug Gründe, sich näher mit einem passgenauen Krisenmanagement zu beschäftigen. 

Krisenmanagement Merksatz

Tipps für ein gelungenes Krisenmanagement

Natürlich sind die Voraussetzungen in jedem Unternehmen andere. Trotzdem gibt es einige ganz allgemeine Ratschläge, die dazu beitragen können, das Krisenmanagement als Führungskraft zu optimieren.

Dazu gehören:

Klare Informationen

Mitarbeiter schätzen es, wenn sie wissen, was gerade los ist  – besonders wenn es um den Arbeitsplatz geht. Eine offene Kommunikation und klare Informationen sind daher der richtige Weg. Natürlich immer nur soweit es für dich als Führungskraft gerade möglich ist. 

Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Option, eben klar zu kommunizieren, dass du aktuell nicht mehr zu der Krise sagen kannst. Wichtig ist nur, dass Mitarbeiter nicht über den Flurfunk von geplanten Neuerungen erfahren. Das hat den Vorteil, dass auch die Gerüchteküche nicht zu hoch kochen dürfte, was ebenfalls dazu beiträgt, dass sich die Mitarbeiter gut informiert und aufgehoben fühlen.

Plan erarbeiten

Dass es immer mal wieder zu Krisen kommt, dürfte nicht überraschen. Schließlich verläuft auch die Konjunktur nicht in einem einzigen Aufschwung. Es gibt immer Phasen, in denen es im Unternehmen besser laufen könnte. Hin und wieder entwickeln sich diese Phasen zu einer echten Krise. 

Für diesen Fall sollte ein Plan im Unternehmen bereit liegen, wie mit der Situation zu verhaften ist. Tatsächlich gibt es – den Angaben der Untersuchung PwC Crisis Survey 2019 – gerade einmal in 40 Prozent der befragten Unternehmen einen echten Notfallplan. Nicht gerade üppig.

Umso wichtiger, dass du schnell handelst, und dir einen praktikablen Weg überlegst, wenn es zu einer Krise bei deinem Arbeitgeber oder gar in deinem eigenen Unternehmen kommen sollte.

Dringende Fragen, die die höchste Priorität haben, sind dabei:

  • Wie lassen sich die Kosten der Krise reduzieren?
  • Wie können wir den Schaden begrenzen?
  • Welche Prozesse und Strukturen müssen aufrecht erhalten werden, um die Abläufe im Unternehmen zu sichern?
  • Welcher Mitarbeiter kann welche Aufgaben übernehmen?
  • Gibt es vergleichbare Krisen in der Vergangenheit, die als Beispiel herangezogen werden können?

Ansprechpartner bleiben

Wenn viele Dinge von außen auf dich einprasseln, es kein wirklich funktionierendes Krisenmanagement im Unternehmen gibt und du gar nicht mehr weißt, wo du anfangen sollst, kann es verlockend sein, sich im eigenen Büro zu verbarrikadieren. Verlockend ist es vielleicht – zielführend aber nicht. Denn deinen Mitarbeitern wird es nicht anders gehen.

Auch auf ihnen lastet ein enormer Druck. Schließlich kann die Angst um den Arbeitsplatz eine echte Lebenskrise auslösen und die eigene Existenz bedrohen. Daher: auch wenn es schwer fällt, musst du für gutes Krisenmanagement Ansprechpartner für deine Mitarbeiter bleiben. Sie verlassen sich auf dich und schauen zu dir, wenn sie Halt und Orientierung suchen.

Andere Führungskraft mit ins Boot holen

Wichtig ist außerdem, dass die Führungskräfte insgesamt auf einer Linie sind. Wenn in einigen Abteilungen gar nicht über die aktuelle Krise gesprochen wird, während sich die Mitarbeiter in anderen Abteilungen regelmäßig darüber austauschen, führt auch das zu Unruhe.

Die Mitarbeiter der Abteilung ohne Krisenmanagement werden sich schnell fragen, warum sie außen vor gelassen werden. Sie machen sich nicht nur mehr Sorgen und Stress als andere Mitarbeiter, sie können sogar dazu beitragen, dass die Krise insgesamt als viel schlimmer wahrgenommen wird.

Wer keine Informationen von seinem Vorgesetzten bekommt, macht sich eben selbst einen Reim. Das hat aber in den meisten Fällen nur wenig mit der Realität und der tatsächlichen Situation im Unternehmen zu tun. Bedeutet: Auch wenn du darum bemüht bist, wirklich gutes Krisenmanagement zu betreiben, kann der Schuss nach hinten losgehen. Es führt kein Weg daran vorbei, dass sich alle Führungskräfte des Unternehmens zusammensetzen und gemeinsam einen Fahrplan erarbeiten – an den sich dann auch alle halten. Ausnahmslos. 

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Krisenmanagement: Die ersten Schritte

Was aber, wenn nun wirklich ganz plötzlich eine Krise über dein Unternehmen hereinbricht und du so schnell wie möglich handeln musst? Dann können dir folgende Schritte dabei helfen, die Situation zu ordnen und einen ersten Überblick zu bekommen:

Was ist zu tun?

Zunächst einmal solltest du dich fragen, welche Dinge überhaupt in deinen Aufgabenbereich fallen. Bei einer echten Krise ist in der Regel nicht nur deine Abteilung, sondern gleich das gesamte Unternehmen betroffen. Dann ist es nicht zielführend, wenn du versuchst, gleich alle Probleme auf ein Mal zu lösen. Vielmehr solltest du wirklich nur die Dinge angehen, die dich und deine Mitarbeiter ganz akut betreffen.

Wo brennt es am meisten?

Wenn das soweit geklärt ist, geht es daran, die Notfallpatienten ausfindig zu machen. An welcher Stelle im Unternehmen gibt es aktuell die größten Probleme? Genau um diese Stellen im Unternehmen geht es in erster Linie, bevor du dich den weniger drängenden Aufgaben zuwendet.

Übrigens: Ein Tool, um die Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit einzuordnen, ist die Eisenhower-Matrix, die ich dir sehr ans Herz legen kann. 

Wie musst du vorgehen?

Der nächste Schritt ist die Dokumentation der Sofortmaßnahmen. Vielleicht fällt dir schon beim ersten Betrachten auf, was nun zu tun ist. Falls nicht, solltest du dir in jedem Fall notieren, wie du das Problem wahrnimmst und wo du die größten Herausforderungen siehst. Unter Umständen fällt dir später – wenn du dir deine Unterlagen dazu noch einmal anschaust – ein praktikable Lösung dazu ein.

Welche Art der Planung?

Notizen zu deinen ersten Eindrücken zu machen, ist noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Sie liefern dir im nächsten Schritt Hinweise darauf, welche Strategien sich für welche Probleme besonders gut eignen.

Einige Dinge lassen sich eben nicht im Sprint klären. Dann ist es wichtig, eine gut funktionierende, langfristige Strategie für dein Krisenmanagement auszuwählen. Andere Herausforderungen dagegen lassen sich mit einem kurzen Telefonat sofort aus der Welt schaffen. 

Krisenmanagement Tipps

Erfolgreiche Krisenmanager: Das musst du mitbringen

Neben den Strukturen im Unternehmen gibt es auch einige Dinge, die du selbst mitbringen musst, um die Chancen auf ein gelungenes Krisenmanagement zu erhöhen. Die gute Nachricht: Diese Fähigkeiten und Eigenschaften kannst du auch trainieren und weiter ausbauen. Wichtig ist eben nur, dass du dir darüber im Klaren bist, dass sie zentraler Teil eines funktionierenden Krisenmanagements sind.

  1. Stressresistenz: Keine Frage, wenn Arbeitsplätze oder gar der Fortbestand der kompletten Firma auf dem Spiel stehen, ist der Druck groß. Du solltest also lernen, mit großen Druck umgehen zu können. Denn du musst der sichere Hafen für deine Mitarbeiter in der Krise sein. 
  2. Selbstbewusstsein: In einer akut bedrohlichen Krise geht es darum, dass du schnell Entscheidungen triffst. Das bedeutet aber auch, dass du diese Entscheidungen im Nachhinein nicht hinterfragen darfst. Sondern sie selbstbewusst vor deinen Mitarbeitern und den übrigen Führungskräften vertrittst. Das hat nämlich einen nicht zu unterschätzenden Effekt: Wenn andere sehen, dass du an die Maßnahmen glaubst, werden auch sie eher bereit sein, ebenfalls daran zu glauben. Und das ist der erste Schritt eines gelungenen Krisenmanagements.
  3. Organisationstalent: Kommt es im Unternehmen zu einer Krise, gibt es in der Regel mehr als nur eine Baustelle. Wichtig ist daher in erster Linie, den Durchblick zu behalten. Verschiedene Methoden wie beispielsweise das Pareto-Prinzip können dir einen Weg zeigen, dein Krisenmanagement mit mehr Effizienz zu steuern. 

Wertschätzung: So sprichst du deinen Mitarbeitern Anerkennung aus

Wertschätzung
Wertschätzung

Führungskräfte können Mitarbeiter auf verschiedene Arten motivieren. Eine einfache und zugleich effektive, ist es, Wertschätzung zu zeigen. Denn Wertschätzung ist mehr, als ein schnell dahin gesagtes Lob für eine gemeisterte Aufgabe. Und gerade weil sie viel mehr ist als ein klassisches Lob, kann sie auch mehr leisten. Was das konkret sein kann und wie du ein Klima für mehr Wertschätzung und Anerkennung in deinem Unternehmen oder deiner Abteilung schaffen kannst, verrate ich dir hier…

Wertschätzung: Warum sie so wichtig ist

Keine Frage, der Begriff Wertschätzung wird in letzter Zeit fast inflationär verwendet. Das sollte aber unter keinen Umständen dazu führen, dass du der Idee dahinter nicht den nötigen Stellenwert einräumst, den sie hat. Denn Wertschätzung im täglichen Umgang miteinander – und damit sind nicht nur berufliche Zusammenhänge gemeint – kann man gar nicht überschätzen.

Dabei hat gerade im beruflichen Umfeld fehlende Wertschätzung schlimme Auswirkungen. Die sogar soweit führen, dass die gesamte Abteilung und schließlich das Unternehmen als ganzes weniger erfolgreich sein wird.

Denn Wertschätzung hängt mit ganz zentralen Eigenschaften von Mitarbeitern zusammen: Wer sich als Person und seine Arbeit wertgeschätzt fühlt, kann motivierter zur Tat schreiten. Obwohl Motivation und gesteigerte Produktivität der Mitarbeiter nicht zu unterschätzen sind, kann gezielt eingesetzte Wertschätzung noch mehr.

Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, unter weniger Stress leiden und sich daher auch weniger krank melden. Das ist gleich doppelt erfreulich. Denn weniger Stress für die Mitarbeiter bedeutet auch, dass sie die Arbeit mit mehr Freude und Motivation (wie denken an oben) angehen und gleichzeitig weniger Fehler machen.

Wertschätzung Zitat

Das leistet Wertschätzung

Wertschätzung kann tatsächlich eine ganze Reihe positiver Dinge bei deinen Mitarbeitern hervorrufen. Folgende Übersicht fasst die Vorteile von klug eingesetzter Wertschätzung und Anerkennung zusammen:

Vorteile der Wertschätzung für Mitarbeiter:

  • Beschäftigte arbeiten motivierter und produktiver
  • Im Unternehmen etabliert sich eine verbesserte Kommunikation
  • Bessere Zusammenarbeit untereinander führt zu einem verbesserten Arbeitsklima
  • Die Mitarbeiter fühlen sich dem Unternehmen eher verpflichtet
  • Anerkennung der Leistungen fördert die Loyalität zum Unternehmen
  • Die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen wird gestärkt
  • Die Personalfluktuation wird gesenkt
  • Mitarbeiter fallen weniger häufig wegen Krankheit aus

Vorteile der Wertschätzung für die Gesundheit der Mitarbeiter:

  • Weniger stressbedingte Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder gar Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Psychische Belastungen werden reduziert
  • Mitarbeiter können mehr Vertrauen zu Vorgesetzten aufbauen, woraus sich eine entspannende Wirkung ergibt

Fehlende Wertschätzung kann ernste Folgen haben

Fehlt dagegen die Wertschätzung, kann das ernste Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten haben: Mangelnde Wertschätzung ist ein Grund dafür, dass Mitarbeiter ein Burn-out entwickeln oder sogar Depressionen bekommen. Dabei denkt man zunächst vielleicht, dass Burn-out und/oder Depression die eher krassen Fälle sind und mangelnde Anerkennung wohl kaum derartige Folgen hat.

Das ist aber leider komplett falsch: Nach Angaben der Krankenkasse BKK sind Burn-out und Depression mittlerweile genauso häufig ein Grund für eine Krankschreibung wie eine Erkältungserkrankung. Von einer Ausnahmeerscheinung kann man bei Burn-out also kaum noch sprechen.

Von den gesundheitlichen Folgen, die ohne Frage schon schlimm genug sind, einmal abgesehen, macht mangelnde Anerkennung aber noch mehr mit den Angestellten: Sie verlieren die Lust, weiterhin zur Arbeit zu erscheinen, schleppen sich durch den Tag, machen mehr Fehler bei der Arbeit und überlegen sich schließlich, zu kündigen.

Vor allem jüngere Mitarbeiter zögern dabei nicht lange, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen, wenn sie mit dem aktuellen derart unzufrieden sind. Wenn man dabei bedenkt, dass gerade junge, gut ausgebildete Mitarbeiter händeringend gesucht werden, dürfte das keine gute Entwicklung für das Unternehmen sein.

So können Führungskräfte Wertschätzung zeigen

Wir haben also gesehen, dass Wertschätzung ein essentieller Faktor ist, wenn sich Mitarbeiter mit vollem Einsatz für das Unternehmen einbringen sollen. Genau das ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen auf lange Sicht erfolgreich sein kann.

Dabei hängt Wertschätzung ganz zentral mit der Führungsperson zusammen. Anders ausgedrückt: Du als Führungskraft bist in der Pflicht, deinen Mitarbeitern Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Aber wie gelingt das?

Zunächst einmal solltest du die zwei größten Fehler vermeiden:

  1. „Nicht geschimpft, ist schon genug gelobt.“: Falsch, ganz falsch. Diesen Glaubenssatz solltest du sofort aus deinem Kopf streichen. Es stimmt eben nicht, dass Menschen es als Lob oder Anerkennung empfinden, wenn sie nicht kritisiert werden. Vielmehr ist es so, dass sie nicht wissen, ob sie ihre Arbeit gut gemacht haben oder nicht. Die Rückmeldung fehlt ja.
  2. Wertschätzung ist zu großer Aufwand: Auch das ist Quatsch. Um deinen Mitmenschen Wertschätzung zu zeigen, musst du keinen großen Aufriss machen. Die Einstellung macht hier den Unterschied. Wenn du gespannt zuhörst, ein wohlwollendes Lächeln auf Lager hast und hin und wieder mit einer Rückfrage Interesse an der Arbeit deines Mitarbeiters zeigst, sind das schon erste Schritte auf dem richtigen Weg. Denn Wertschätzung kannst du mit vielen, kleinen Gesten ausdrücken. Du musst nur darauf achten.

Wertschätzung zeigen

3 unschlagbare Tipps, um Wertschätzung zu zeigen

So, nun ist also klar, was du auf keinen Fall machen solltest, wenn du deinen Mitarbeitern Wertschätzung zeigen möchtest. Stellt sich natürlich die Frage, wie du das Unterfangen am besten angehen kannst. Probier doch einfach folgende Tipps aus:

Affirmationen nutzen

Affirmationen gehören zu den Klassikern, wenn es darum geht, das Verhalten positiv zu verstärken. Übrigens gilt das nicht nur für das Verhalten anderer. Auch unser eigenes Verhalten können wir durch diese positiven Glaubenssätze in die gewünschte Richtung lenken. In diesem Sinne können Affirmationen mit Mantra verglichen werden. Es sind positiv formulierte Sätze, die wir immer und immer wieder wiederholen. Das Ziel: Unsere eigenen Glaubenssätze und Gedanken sollen so umprogrammiert werden. Affirmationen lassen sich also perfekt dazu nutzen, auch Mitarbeiter eine andere Einstellung zu sich, ihren Fähigkeiten und ihrer Arbeit zu vermitteln. Such dir dazu positive Eigenschaften oder gelungene Arbeitsaufträge aus und sag es deinem Mitarbeiter ganz direkt. Beispiel: Herr Mustermann, ich finde es klasse, wie Sie die Präsentationen wieder gemeistert haben. Sie haben wieder gezeigt, dass Sie ein Gespür für die wichtigen Zusammenhänge haben.“ Wichtig bei den Affirmationen ist jedoch, dass du sie tatsächlich beobachtet hast und dass dein Mitarbeiter etwas damit anfangen kann. Wenn du nichts sagende 0815-Äußerungen als Affirmationen nutzt, verpufft der Effekt. Unter Umständen fühlt dich der Mitarbeiter sogar veräppelt.

Achte also darauf, dass die Affirmationen individuell formuliert sind und genau auf den Mitarbeiter passen. Auch dadurch zeigst du übrigens Wertschätzung. Denn du nimmst dir Zeit, die Leistungen des Mitarbeiters zu betrachten und mit einem konstruktiven Feedback zu bewerten.

Zeit nehmen

Es klang gerade schon an: Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt, wenn sie merken, dass du dir Zeit für sie nimmst. Das klingt vielleicht nach einer Plattitüde, ist es aber leider nicht. Denn viele Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass sie keine echte Rückmeldung oder konstruktive Kritik erfahren.

Das ein Mal alle zwölf Monate stattfindende Jahresgespräch reicht in der Regel nicht aus, um dem Mitarbeiter die nötige Wertschätzung zu zeigen. Versuch doch stattdessen, feste Termine einzuplanen, in denen du den Mitarbeiter zu Wort kommen lässt. Das können auch ganz kurze – aber bewusste – Treffen in der Kaffeeküche sein. Solange der Mitarbeiter das Gefühl hat, seine eigenen Gedanken ausdrücken zu dürfen, ist schon viel geholfen. Optimal läuft das Gespräch, wenn du sogar einen Rat hast, wie ein aktuelles Problem gelöst werden kann.

Vertrauen zeigen

Auch dieser Punkt stammt aus der psychologischen Trickkiste und hängt mit Affirmationen und der selbsterfüllenden Prophezeiung zusammen. Bekannt ist das Phänomen auch unter dem Namen Rosenthal-Effekt, benannt nach dem Entdeckter Robert Rosenthal.

Der Effekt ist so einfach wie verblüffend: Bei einem Experiment hat Rosenthal Lehrern erzählt, dass sie im nächsten Schuljahr eine ganz besondere Klasse übernehmen dürften: Die intelligentesten und besten Schüler der gesamten Schule. Jedoch war das gar nicht so. Die Schüler waren wahllos zusammengewürfelt – was die Lehrer allerdings nicht wussten.

Das Ergebnis am Ende des Schuljahres war trotzdem eindeutig: Die Schüler zeigten tatsächlich durchweg bessere Noten und selbst der IQ hatte sich nachweislich verbessert. Was lernen wir daraus? Die Einstellung macht’s.

Genau das kannst du für dein Team nutzen. Zeig deinen Mitarbeitern, dass du ihnen vertraust und dich auf sie verlässt. Dazu gehört eben auch, Micromanagement sein zu lassen. Wenn du deinen Mitarbeitern Aufgaben überträgst, dann musst du das voll und ganz tun. Nur so werden sie erfahren, dass du keinen Zweifel an ihren Fähigkeiten und Kenntnissen hast. Im Gegenteil, sie werden denken, dass sie auch anspruchsvolle Aufgaben erledigen können. Und wohin das führen kann, haben wir bei den oben erwähnten Schülern gesehen.

Wertschätzung durch Strukturen im Unternehmen

Wenn du nun nicht der Fan von psychologischen Tricks und Kniffen bist oder die erst einmal langsam und vorsichtig ausprobieren möchtest, gibt es für dich noch eine andere Option: Es ist nämlich durchaus auch möglich, Wertschätzung durch strukturelle Veränderungen auszudrücken:

  1. Befragungen: Wertschätzung bedeutet auch, dass du dich für die Meinung deines Gegenübers interessierst. Um herauszufinden, was Mitarbeiter denken und wo sie Verbesserungsbedarf sehen, bieten sich die klassischen Mitarbeiterbefragungen an.
  2. Workshops: Wenn du eine große Anzahl an Mitarbeitern hast, ist es vielleicht schwierig, auf alle Mitarbeiter gleichermaßen einzugehen. In diesem Fall könnten Workshops oder ähnliche Veranstaltungen die richtige Option sein. In diesem Rahmen können alle Mitarbeiter zusammenkommen und gemeinsam mit der Führungskraft Maßnahmen erarbeiten und evaluieren.
  3. Weiterentwicklung: Auch die interne Karriere gehört zur Wertschätzung dazu. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich durch gute Leistung intern zu verbessern, werden sie das anerkennen. Das führt wiederum dazu, dass sie motivierter und produktiver bei der Sache sind.

BCG-Matrix: Entdecke das Potenzial deines Business’

bcg-matrix
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Die Cash-Cow kennst du sicherlich. Aber wusstest du, dass sie ein Teil der BCG-Matrix ist? Wenn nicht, solltest du jetzt unbedingt weiterlesen, denn die BCG-Matrix hat noch viel mehr zu bieten, als interessante Ausdrücke für wirtschaftliche Zusammenhänge. Sie verrät dir zum Beispiel auch, wie du dein Produktportfolio analysieren und optimieren kannst. Neugierig? Dann legen wir jetzt los…

BCG-Matrix: Was ist das?

Die BCG-Matrix, die auch Boston-Matrix oder Boston-I-Portfolio genannt wird, ist ein bekanntes Strategiemodell zur Analyse des Portfolios und damit ein Teil des strategischen Managements. Führungskräfte und Selbständige sollten sich also mindestens ein Mal während ihres Berufslebens damit befassen.

Die Bezeichnung „BCG“ steht für die Anfangsbuchstaben der Boston Consulting Group, auf die die Matrix zurückgeht. Und die Menschen, die bei der Boston Consulting Group arbeiten, wissen, wovon sie reden. Schließlich gehört BCG schon seit einige Jahrzehnten zu den größten und bekanntesten Unternehmensberatungen weltweit. 

Bereits 1970 kam die Idee zur BCG-Matrix zum ersten Mal auf und wird seitdem recht gerne und viel genutzt. Das ist auch einleuchtend, denn die Matrix gibt den Nutzern ein einfaches und gut zu durchschauendes Schema an die Hand. Mit diesem Schema lassen sich Dienstleistungen und Produkte in die verschiedenen Quadranten der Matrix einteilen. 

Dabei geht man zunächst recht grobschrittig vor und teilt die Produkte im Hinblick auf ihr potenzielles Marktwachstum und ihren aktuellen Marktanteil ein. 

Die Boston Consulting Group-Matrix: Die einzelnen Schritte

Die Boston-Matrix ist dazu da, alle Produkte und Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet, miteinander zu vergleichen. Aber nicht nur das: Durch den Vergleich der Produkte untereinander wird klar, wie du dein Angebot oder dein Unternehmen in der Zukunft ausrichten solltest, um erfolgreich zu bleiben oder noch erfolgreicher zu werden. 

In der Ausdrucksweise der Unternehmensberater sagt man, dass bei der BCG-Matrix der Produktlebenszyklus mit der Kostenerfahrungskurve korreliert. Nun ja, wer kein Unternehmensberater ist, wird an dieser Stelle vielleicht schon kapitulieren. Das ist aber gar nicht nötig, denn wie bei vielen anderen Fachausdrücken, steckt auch hinter diesen beiden ein relativ einfacher Zusammenhang.

Umwelt- und Unternehmensdimension in der BCG-Matrix

Denn genau genommen machst du dir anhand der Boston-Matrix Gedanken darüber, ob dein Portfolio aktuell so aufgestellt ist, dass du auch in Zukunft erfolgreich sein kannst. Und die BCG-Matrix hat tatsächlich noch mehr zu bieten: Sollte sich zeigen, dass es Verbesserungsbedarf in deiner Unternehmung gibt, zeigt dir die Matrix auch direkt, wo der liegt und wie du ihn umsetzen kannst. 

Denn nach der Analyse mit der BCG-Matrix kannst du sehen, an welchen Stellen in deinem Portfolio es Verbesserungsbedarf gibt. Sie hilft dir also dabei, deine Prioritäten klar zu ordnen und strukturierter vorzugehen. 

Die oben genannten Begriffe, lassen sich übrigens auch mit anderen Worten „übersetzen“, die vielleicht besser verständlich sind. In der BCG-Matrix werden die Produkte oder Dienstleistungen deines Unternehmens anhand zweier Koordinaten in die Matrix eingeordnet:

  1. Umweltdimension: Auf der y-Koordinate wird das Marktwachstum eingetragen. Also die Möglichkeiten, überhaupt in irgendeiner Weise mit deinem Portfolio an der Marktentwicklung teilzunehmen. 
  2. Unternehmensdimension: Auf der x-Koordinate wird der relative Marktanteil eingetragen. Relativ deshalb, weil du anhand dieser Angabe sehen kannst, wie sich dein Produkt im Vergleich zur Konkurrenz entwickelt. Daraus ergibt sich aber auch Potenzial, das dein Produkt hat, um weiter zu wachsen.

Damit ist die BCG-Matrix aber noch lange nicht am Ende. Denn aus diesen beiden Koordinaten lassen sich vier Quadranten ableiten. Und genau diese Quadranten kannst du für die Analyse deines Portfolios und dein strategisches Management benutzen.

BCG-Matrix Grafik

Die 4 Quadranten der BCG-Matrix

Kombiniert man nun die Umweltdimension mit der Unternehmensdimension, ergeben sich insgesamt vier Felder, die auch als Quadranten bezeichnet werden. Teilst du nun deine Produkte in diese Quadranten der BCG-Matrix ein, ergibt sich daraus auch das weitere wirtschaftliche Vorgehen. Denn wir erinnern uns: Die BCG-Matrix ist ein Teil des strategischen Managements und wird daher eben für die strategische Ausrichtung verwendet. 

Konkret ergeben sich diese Felder:

Die Fragezeichen des Unternehmens

Auf Englisch werden diese Produkte oder Dienstleistungen als Question Mark bezeichnet. Diese Produkte findest du oben links in der BCG-Matrix. Sie sind diejenigen, die (noch) einen relativ niedrigen Marktanteil haben. Im Vergleich zu der Konkurrenz ist das Produkt also noch ausbaufähig. 

Vorteil dieses Produktes ist jedoch, dass du es in einem Markt platzieren konntest, der generell schnell wächst. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Denn obwohl der Anteil am Gesamtmarkt noch gering ist, befindest du dich mit deinem Produkt in einem Wachstumsmarkt – und das ist nicht zu verachten. Denn schnell wachsende Märkte versprechen immer auch die Chance auf schnell wachsenden Erfolgs.

Häufig sind Fragezeichen die Produkte oder Dienstleistungen, von denen wir nicht wissen, was aus ihnen wird. Daher sind sie eben ein Fragezeichen. Sie gehören erst seit kurzem zu deiner Produktpalette oder sind generell neu am Markt. Sie können sich daher sowohl positiv als auch negativ entwickeln. In welche Richtung es geht, kann man aktuell nur schwer vorhersagen. 

Die Sterne im Unternehmen

Zugegeben, an dieser Stelle der BCG-Matrix macht sich die englische Bezeichnung, Stars, einfach besser. Denn mit dieser Bezeichnung wird sofort klar, was mit diesen Produkten gemeint ist. Die findest du übrigens rechts oben, als genau neben den Fragezeichen.

Auch diese Produkte oder Dienstleistungen hat du in einem echten Wachstumsmarkt platziert. Im Unterschied zu den Fragezeichen haben diese Produkte zusätzlich aber auch einen ziemlich großen Anteil am Markt – daher sind es auch deine Stars. Denn du kannst damit einen ganz guten Umsatz erzielen.

Auf der anderen Seite musst d für die Stars aber auch Investitionen einplanen, damit es Stars bleiben. Denn auch diese Produkte befinden sich im Wachstum und du willst zumindest den Marktanteil mit ihnen halten. Noch besser wäre es natürlich, wenn du mit deinen Stars sogar den Marktanteil vergrößern könntest.

Obwohl du teilweise hohe Investitionen einplanen musst, solltest du nicht vergessen, dass es sich gerade bei den Stars lohnen kann. Denn das sind Produkte, die sich häufig von selbst finanzieren. Eben weil sie einen so hohen Anteil am Gesamtmarkt haben. 

Die Geldkühe in der Boston Consulting Group Matrix

Die Geldkühe – auch hier ist der englische Ausdruck Cash Cows griffiger – befinden sich direkt unter den Stars. Es sind Produkte, die ebenfalls einen sehr schönen, weil hohen Anteil am Markt haben. Nicht ganz so schön und damit ein Nachteil im Vergleich zu den Stars ist der Markt. Denn Cash-Cows sind in einem Markt, der nur noch geringes Wachstums vorweisen kann. Auf der anderen Seite musst du im Gegenzug nicht mehr so viel für Cash-Cows investieren. Denn auch ohne großen finanziellen Aufwand kannst du mit Produkten oder Dienstleistungen, die in diesen Quadranten der BCG-Matrix gehören, noch recht ansehnliche Überschüsse erwirtschaften. 

Der arme Hund in der BCG-Matrix

Arme Hunde, auf englisch Poor Dogs, tragen den Namen zurecht. Denn bei diesen Produkten solltest du dir ganz genau überlegen, ob es sich lohnt, weiter an ihnen festzuhalten.

Poor Dogs sind nämlich dadurch gekennzeichnet, dass sie sich in einem Markt befinden, der im allgemeinen nur noch sehr geringes wirtschaftliches Wachstum verzeichnen kann. Noch dazu haben die Poor Dogs einen geringen Anteil am Gesamtmarkt. Überspitzt formuliert, sind Poor Dogs also gleich doppelt schlecht: Wenig prognostiziertes Wachstum im Markt und geringer Marktanteil. 

Das ist aber leider noch nicht alles – obwohl es schon schlimm genug ist. Aber tatsächlich kommt es noch schlimmer. Nicht nur sind die wirtschaftlichen Aussichten für diese Produkte suboptimal, du musst auch noch unverhältnismäßig hohe Investitionen einplanen. Nur mit diesen Investitionen kannst du deinen Anteil am Markt halten und deine Poor Dogs überhaupt noch an den Mann bringen. Ob sich dieses Vorgehen allerdings lohnt, darf bezweifelt werden, denn in der Regel sind Poor Dogs ein Minusgeschäft.

Der Vorteil der BCG-Matrix liegt zum Beispiel darin, dass du anhand der Einteilung ablesen kannst, welche Produkte oder Dienstleistungen deines Portfolios zu den Poor Dogs gehören – und im nächsten Schritt entsprechend zu handeln. 

Die Einteilung der Produkte in die Matrix

Um nun herauszufinden, welche deiner Produkte an welche Stelle der BCG-Matrix gehören, musst du ein wenig rechnen.

Zunächst berechnest du deinen relativen Marktanteil, der auf der x-Achse eingetragen wird. Die Formel für den relativen Marktanteil lautet:

Marktanteil deines Unternehmens : Marktanteil des stärksten Konkurrenten = dein relativer Marktanteil.

Auf der y-Achse der BCG-Matrix wird dagegen das Marktwachstum eingetragen. Dazu musst du noch nicht einmal rechnen. An dieser Stelle genügt eine Analyse des Marktes, in dem du dich bewegst. Zahlen, wie der zu bewerten ist, findest du zum Beispiel in den Branchenkennzahlen, bei dem statistischen Bundesamt oder du recherchierst allgemein im Netz.

Wichtig ist außerdem der Umsatz, den du mit den einzelnen Produkten erwirtschaftest. Es reicht also nicht, dein Produkt einem der vier Quadranten zuzuordnen, du solltest dort auch vermerken, wie viel Umsatz du mit dem Produkt erwirtschaftest.

So wendest du die BCG-Matrix an

Der letzte Schritt der BCG-Matrix besteht nun darin, die passende Strategie für das jeweilige Produkt anzuwenden. Das machst du so:

  1. Strategie für Fragezeichen: Wir erinnern uns, Fragezeichen waren Produkte, bei denen die weitere Entwicklung noch nicht ganz klar ist. Wenn du mehrere Fragezeichen zur Auswahl hast, solltest du dich für die erfolgsversprechenden entscheiden und genau dort investieren. Mit etwas Glück stößt du so auf deine nächste Cash-Cow.
  2. Strategie für Stars: Deine Stars sind die Produkte, mit denen du am meisten Geld machst. Daher solltest du hier kräftig investieren. Schließlich möchtest du deine Platzierung am Markt behalten – oder sogar noch ausbauen.
  3. Strategie für Cash-Cows: Von den Cash-Cows ist langfristig nicht mehr viel zu erwarten. Denn sie befinden sich in einem Markt, der nicht mehr wächst. Große Investitionen lohnen sich an dieser Stelle daher nicht mehr. Du solltest dich darauf beschränken, deine Position am Markt zu halten.
  4. Strategie für Poor Dogs: In die Poor Dogs solltest du nicht weiter investieren, sondern dich auf die anderen drei Felder der BCG-Matrix beschränken. Hier ist der ROI mit Sicherheit besser. 

Ansoff-Matrix: Mit guter Planung zu mehr Wachstum und Erfolg

Beitragsbild Ansoff-Matrix
Beitragsbild Ansoff-Matrix

Ansoff-Matrix: Mit guter Planung zu mehr Wachstum und Erfolg

Für die meisten Führungskräfte und Selbstständige ist es kein Geheimnis: Unternehmen, die erfolgreich sein wollen, müssen Wachstum generieren. Denn wer das nicht schafft, wird schnell von der Konkurrenz überholt und landet im Hintertreffen. Die Ansoff-Matrix möchte nicht nur genau das verhindern, sondern dir einen sicheren Weg zeigen, wie du die Art und Weise deines Wachstums bestimmen kannst. Was damit gemeint ist und vor allem, wie du mehr aus deinem Unternehmen heraus holen kannst, erfährst du jetzt…

Ansoff-Matrix: Was versteht man darunter?

Die Ansoff-Matrix, die übrigens auch als Produkt-Markt-Matrix oder Z-Matrix bekannt ist, ist ein Werkzeug, um den Erfolg deines Unternehmens zu planen. Entwickelt hat die Matrix der us-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Harry Igor Ansoff. 

Grob zusammengefasst besteht die Matrix aus den Teilen Märkte und Produkte, die wiederum in alt (bereits existierend) und neu unterschieden werden. Aus diesen unterschiedlichen Betrachtungsweisen kannst du im nächsten Schritt vier unterschiedliche Wachstumsstrategien für dein Business ableiten:

  1. Marktdurchdringung
  2. Marktentwicklung
  3. Produktentwicklung
  4. Diversifikation

Die Kombination dieser verschiedenen Kategorien erlaubt es dir außerdem, die verschiedenen Ausprägungen und Arten des Wachstums genauer voneinander zu unterscheiden und damit deine Strategie differenzierter und feiner auszuarbeiten.

Folgende Tabelle macht die unterschiedlichen Kategorien der Ansoff-Matrix deutlich:

  Bereits existierende Produkte Neue Produkte
Bereits existierende Märkte Marktdurchdringung Produktentwicklung
Neue Märkte Marktentwicklung  Diversifikation 

Produkt-Markt-Matrix: Die unterschiedlichen Kategorien im Überblick

Auf den ersten Blick klingt das vielleicht noch etwas kryptisch, daher sehen wir uns die verschiedenen Kategorien und Strategien an einem Beispiel genauer an:

Marktdurchdringung

Bei der Marktdurchdringung geht es darum, dein Produkt oder deine Dienstleistung so zu positionieren, dass du das beste herausholst. Dein Business soll mit dieser Strategie also wachsen, ohne dass du komplett neue Angebote in dein Portfolio aufnimmst oder gar nach neuen Absatzmärkten suchst. Was nicht bedeutet, dass alles so bleibt, wie es aktuell ist.

Grundsätzliches und vermutlich auch das wichtigste Ziel der Marktdurchdringung ist, den Umsatz des Produktes auf dem Markt zu steigern. Also dein Produkt auf dem nationalen oder internationalen Markt stärker zu verkaufen

Dazu stehen dir unterschiedliche Optionen zur Verfügung:

  • Mehr Werbung
  • Vertrieb ausbauen
  • Produkt oder Dienstleistung zu einem günstigeren Preis als die Konkurrenz anbieten
  • Produkt oder Dienstleistung mit speziellen Features aufwerten
  • Zusammensetzung des Produkts verbessern

Ziel der Marktdurchdringung ist damit auch, dass du deinen Konkurrenten Kunden abspenstig machst. Du kannst aber auch versuchen deine Kunden dazu zu animieren, dein Produkt oder deine Dienstleistung häufiger oder in größeren Mengen zu kaufen. 

Die Marktdurchdringung ist zwar eine gute Strategie für den Anfang, hat jedoch ihre Grenzen. Denn irgendwann gibt es auf dem bestehenden Markt eben keine Kunden mehr, die du mit deinem Angebot erreichen könntest. Und dann musst du wohl oder übel zusätzlich zu anderen Strategien greifen – vorausgesetzt du möchtest weiter wachsen. 

Um überhaupt einen Eindruck davon zu bekommen, ob sich die Marktdurchdringung im Sinne der Ansoff-Matrix für deine Unternehmung lohnen könnte, gibt es eine Möglichkeit. Den Marktdurchdringungsgrad. Diesen Grad errechnest du mit einer einfachen Formel. Dabei teilst du die Anzahl deiner Bestandskunden durch die Anzahl der Kunden, die du theoretisch am Markt mit deinem Produkt erreichen könntest und multiplizierst das Ergebnis mit 100.

Die Formel für die Marktdurchdringung sieht also so aus:

(Bestandskunden : Potenzielle Kunden) x 100 = Marktdurchdringung in Prozent

Grafik Ansoff-Matrix

Marktentwicklung in der Produkt-Markt-Matrix

Bei der Marktentwicklung geht es darum, dass du dein bestehendes Produkt oder deine bestehende Dienstleistung auf einem neuen Markt etablierst. Das kannst du auf verschiedene Weise erreichen – eben abhängig von deinem Produkt und deiner Dienstleistung. Da in der Marktentwicklung ein neuer Absatzmarkt gesucht und gefunden werden soll, wird diese Strategie auch Markterschließung genannt. 

Ziel der Marktentwicklungsstrategie im Sinne der Ansoff-Matrix sind neue Kunden, also eine Erweiterung deiner Zielgruppe. Um dieses Ziel zu erreichen, schaust du dir dein Produkt und vor allem die Verkäufe der letzten Zeit etwas genauer an. Dabei wird dir vielleicht auffallen, dass es gleich mehrer Möglichkeiten gibt, dich auf neue Zielgruppen oder einen neuen Markt zu konzentrieren.

Nämlich diese hier:

  1. Geografie: Marktentwicklung kannst du erreichen, wenn du deinen Markt geografisch ausweitest. Also neue Marktregionen für dich entdeckst. Die Marktentwicklung kann sich also sowohl auf regionale, nationale oder sogar internationale Märkte beziehen. Es hängt – wie so häufig – davon ab, wie du dein Produkt und deine Dienstleistung siehst.
  2. Zweck: Du kannst den Verkauf aber auch ankurbeln, indem du einen neuen Verwendungszweck für dein Produkt anpreist. Beispiel: Essigessenz war ursprünglich als Salatdressing oder für Soßen gedacht – zum Kochen eben. Heute wird Essigessenz aber auch zum Entkalken oder Putzen gebraucht. Ein ganz neuer Verwendungszweck also, der der Essigessenz einen ganz neuen Absatzmarkt beschert hat. Denn das Produkt kaufen jetzt auch Menschen, die Essigessenz nicht als Dressing für Salate nutzen.
  3. Absatzkanal: Die Corona-Krise hat die Erweiterung bereits bestehender Absatzkanäle beträchtlich voran gebracht. Plötzlich verkaufen Unternehmen ihre Produkte auch online, bei denen es zuvor nicht denkbar war. Neue Absatzkanäle lassen sich aber auch durch neue Vertriebspartner erschließen. 

Ansoff-Matrix: Produktentwicklung

Wenn die Marktdurchdringung ausgereizt ist, kannst du die Produktentwicklungsstrategie verfolgen. Du musst dabei übrigens nicht unbedingt ein komplett neues Produkt oder eine innovative Dienstleistung entwicklen. Es kann auch schon ausreichen, bereits bestehende Produkte anzupassen und so neue Kunden oder Marktanteile zu gewinnen. 

Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, du vertreibst Kaffeekapseln für die Gastronomie. Dann kannst du deine Produktpalette zum Beispiel um Kaffee erweitern, der fair gehandelt wurde. Oder du nimmst Kapseln in dein Portfolio mit auf, die umweltschonend hergestellt wurden und so auch entsorgt werden können. 

Denn der Vorteil der Produktentwicklung im Sinne der Ansoff-Matrix liegt darin, dass du dein Business ausbaust, indem du auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifst. Die Vertriebswege und der Kontakt zu verschiedenen Lieferanten existiert ja schon. Du musst ihn also nur ein wenig modifizieren. 

Bei dem Punkt Produktentwicklung in der Ansoff-Matrix hast du außerdem drei verschiedene Optionen, wie du diesen Schritt angehen und dein Business erfolgreicher machen kannst:

  1. Ein neues Produkt: Ein neues Produkt, also eine Innovation, auf den Markt einzuführen, wird auch als Diversifikation bezeichnet. Und diese Diversifikation kannst du auf mehreren Wegen erreichen, die wir uns gleich genauer anschauen werden.
  2. Eine Variante eine Produkts: Eine Variante eines Produkts sind zum Beispiel die eben beschriebenen Kaffeekapseln, die du in unterschiedlichen Ausführungen in dein Sortiment aufnehmen kannst.
  3. Eine Imitation eines Produkts: Denkbar ist auch eine Mischung aus den oben genannten Möglichkeiten. Nämlich die Nachahmung eines bereits bestehenden, erfolgreichen Produktes. Imitation oder Nachahmung darfst du dabei jedoch nicht als bloße Kopie verstehen. Es geht eher darum, dir ein Produkt auszusuchen, das bereits erfolgreich am Markt etabliert ist. Dieses Produkt nimmst du als Vorlage, passt es aber noch weiter an. Du verbesserst das Produkt also und stimmst es noch mehr auf deine Zielgruppe ab.

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Diversifikation in der Z-Matrix

Wie wir gesehen haben, ist die Diversifikation eine Möglichkeit, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Diese Strategie ist die gefährlichste und risikoreichste innerhalb der gesamten Ansoff-Matrix. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass du mit dieser Strategie weitaus erfolgreicher sein kannst, als mit den bisher genannten. Eine sorgfältige Abwägung der Kosten und Nutzen ist daher Pflicht, bevor du dich für diese Strategie entscheidest. 

Die Diversifikation kann aber auch einen echten Pluspunkt für sich verbuchen: Du kannst dein Risiko streuen und damit den wirtschaftlichen Fortbestand deiner Unternehmung eher sichern als mit anderen Strategien. Denn hierbei setzt du auf etwas ganz neues, das du zusätzlich ins Portfolio aufnimmst. Sollte dein erstes, ursprüngliches Produkt nicht mehr am Markt gefragt sein, hast du dank Diversifikation noch ein Ass (ein anderes Produkt) im Ärmel. 

Dabei gliedert sich die Diversifikation selbst in weitere Teile auf, die sich im Hinblick auf ihr Risiko voneinander unterscheiden:

  1. Horizontale Diversifikation: Bei dieser Art der Diversifikation nimmst du ein Produkt in dein Portfolio auf, das einem oder mehreren Produkten gleicht, die du schon vertreibst. Das Risiko bei dieser Strategie ist gering. Denn du kannst weiterhin so agieren, wie du es bisher gemacht hast und deine Vertriebswege und Kontakte zu Kunden und Produzenten in gewohnter Weise nutzen. Wirtschaftliches Wachstum möchtest du bei der horizontalen Diversifikation dadurch erreichen, dass du deinen bestehenden Kunden noch ein weiteres Produkt verkaufst. Zusätzlich dazu kannst du auch neue Zielgruppen mit dem neuen Produkt erreichen.
  2. Vertikale Diversifikation: Bei dieser Strategie stehen nicht die Produkte, sondern die Wertschöpfungskette im Fokus. Es geht hierbei also darum zu klären, welche Schritte in der Produktherstellung du selbst übernehmen könntest. Lassen sich bestimmte Arbeitsschritte zum Beispiel wieder ins Unternehmen zurückholen? Auch diese Entwicklung sehen wir an einigen Stellen im Zuge der Corona-Pandemie. Der Zusammenbruch der internationalen Lieferketten hat deutlich gemacht, wie anhängig einige Unternehmen von ihren Zulieferern im Ausland sind. Einige Firmen möchten diese Abhängigkeit zumindest zum Teil reduzieren und prüfen daher die Möglichkeiten der vertikalen Diversifikation. 
  3. Laterale Diversifikation: Die Laterale Diversifikation ist nur etwas für die ganz Waghalsigen unter uns. Denn hierbei gehst du ganz neue Wege ohne dich auf bestehende Strukturen oder Produkte zu verlassen. In diesem Sinne ist die laterale Diversifikation mit einer Unternehmensgründung zu vergleichen. Denn auch hierbei fängst du bei Null an und baust dein Business Schritt für Schritt auf.

Kritikpunkte: Nachteile der Ansoff-Matrix

Die Ansoff-Matrix ist – wie viele andere Tools auch – nur ein Hilfsmittel von vielen, um deinen wirtschaftlichen Erfolg planbar zu machen. Du kannst die Ansoff-Matrix nutzen, um die verschiedenen Möglichkeiten wirtschaftlichen Wachstums für dich auszuloten. Allerdings solltest du dich nicht ausschließlich darauf verlassen. Vor allem solltest du nicht vergessen, dass die Ansoff-Matrix schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und daher nicht ungefiltert für die neuesten Wirtschaftsentwicklungen verwendet werden darf. Das beutetet aber nicht, dass du die Ansoff-Matrix gar nicht nutzen kannst. Im Gegenteil, sie gibt dir einen schnellen und effizienten Einblick, an welcher Stelle es für dein Unternehmen Wachstumspotenzial gibt. Dieser Einblick sollte aber durch andere Tools und wirtschaftliche Daten weiterentwickelt werden. Als erster Schritt ist die Ansoff-Matrix also bestimmt zu empfehlen. 

To-Do-Liste: Warum und wie du das Tool nutzen solltest

Beitragsbild To Do Liste
Beitragsbild To Do Liste

To-Do-Liste: Warum und wie du das Tool nutzen solltest

Besonders in stressigen Zeiten, wenn uns die Arbeitsbelastung über den Kopf steigt, wünschen wir uns schnelle und unkomplizierte Hilfe. Und die gibt es! Die gute alte To-Do-Liste kann dir helfen, den Überblick zu behalten und Aufgaben endlich zu erledigen. Dabei kann der Klassiker des Zeitmanagements sogar noch mehr. Was das ist, erfährst du jetzt…

To-Do-Liste: Das spricht unbedingt dafür

Eine To-Do-Liste soll dabei helfen, den Arbeitstag zu strukturieren, soviel ist klar. Was allerdings nur wenige wissen: Die To-Do-Liste hilft dir auch dabei, den Kopf frei zu bekommen. Dass das so ist, konnte schon vor fast 100 Jahren eine russische Psychologin zeigen: Bljuma Wulfowna Zeigarnik

Der nach ihr benannte Zeigarnik-Effekt kommt dir vielleicht bekannt vor. Die Idee dazu kam ihr bei einem Besuch in einem Kaffeehaus. Sie bemerkte nämlich, dass sich die Kellner nach ein paar Sekunden nicht mehr an die Bestellung erinnern konnten, die sie gerade den Gästen gebracht hatten. Im Gegensatz dazu konnten sie sich unzählige Bestellungen merken, die noch offen waren. 

Das kommt dir vielleicht schon bekannt vor: An eine geschriebene und damit erledigte Mail wirst du dich vermutlich nicht so gut erinnern können, wie an eine Mail, die du noch an einen Kunden schreiben musst.

In einer Studie an der Berliner Humboldt Universität konnte die Psychologin den Effekt noch einmal genauer untersuchen: Sie ließ etwas mehr als 150 Teilnehmer verschiedene Aufgaben erledigen. Einige unterbrach sie, während sie mitten im Arbeitsschritt waren, andere ließ sie die Arbeit ohne Unterbrechung bis zu ihrem Abschluss erledigen.

Und auch hier zeigte sich, was sie schon im Kaffeehaus beobachten konnte: Diejenigen Studienteilnehmer, die unterbrochen wurden und ihre Aufgaben nicht abschließen durften, konnten sich später noch gut daran erinnern. Im Gegensatz dazu hatten diejenigen Teilnehmer, die ihre Aufgaben abschließen durften, nicht mehr auf dem Schirm, was sie alles erledigt hatten. 

Die Lehren aus dem Zeigarnik-Effekt

Was im letzten Jahrhundert galt, ist heute immer noch relevant: Aufgaben, die wir nicht abschließen können, belasten uns. Wir denken nämlich permanent daran, dass wir die Mail noch schreiben oder die Präsentation für nächste Woche noch unbedingt vorbereiten müssen.

Und diese Gedanken nehmen wir mit in den Feierabend und Freizeit. Dabei kennen wir doch die Nachteile, die es hat, wenn wir nie richtig abschalten können:

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Ruhelosigkeit
  • Rückenschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diese Liste lässt sich noch um einige Symptome verlängern. Denn Aufgaben, die wir ständig vor uns her schieben, belasten uns ungemein. Zunächst erscheint es dir vielleicht noch nicht so schlimm und du kommst gut mit der Belastung zurecht. Doch schon in einem frühen Stadium kosten dich unerledigte Aufgaben eine ganze Menge Energie. Energie, die du an anderer Stelle viel effizienter und gewinnbringender einsetzen könntest.

Die gute Nachricht: Du kannst etwas dagegen tun, dich mit Aufgaben zu belasten, die du noch nicht erledigt hast. Statt sie als unnötigen mental load mit dir rum zu schleppen, kannst du sie ganz einfach auslagern: Auf die gute, alte To-Do-Liste. 

To-Do-Liste: Diese Möglichkeiten gibt es

Dir sollte nun also klar sein, dass eine To-Do-Liste unglaubliche Vorteile hat. Und diese Vorteile beziehen sich eben nicht nur darauf, die anstehenden Aufgaben übersichtlich parat zu haben. Die To-Do-Liste entlastet dich mental massiv  – wenn du sie richtig einsetzt.

Denn tatsächlich gibt es einige Tipps und Tricks, die über das simple Aufschreiben der Aufgaben hinausgehen. Anders ausgedrückt: Auch die To-Do-Liste hat das Potenzial, an der ein oder anderen Stelle individuell angepasst und verbessert zu werden.

Diese Möglichkeiten hast du dabei:

Das richtige Tool

Einige Menschen bevorzugen den Klassiker: Ein simples Blatt Papier und einen Stift, um die To-Do-Liste zu kreieren. Warum auch nicht? Denn diese Methode ist einfach und effektiv. Ob diese Methode die richtige für dich ist, hängt auch damit zusammen, welcher Lerntyp du bist. Einige Menschen brauchen die haptische Wahrnehmung, also das Anfassen von Dingen, um sie – im wahrsten Sinne des Wortes  – besser begreifen zu können. Für diese Personen ist ein Stift und ein physisches Blatt Papier eine gute Option, Aufgaben auszulagern.

Wenn du allerdings nicht zu dieser Sorte Mensch gehörst, kann auch ein digitales Tool der richtige Alltagshelfer für dich sein. Eine App fürs Smartphone hat dabei noch einen weiteren Vorteil: Anders als ein Notizbuch oder gar ein Blatt Papier, hat man das Handy in der Regel mit dabei, besonders dann, wenn man beruflich unterwegs ist. Unverhoffte To-Dos, die sich unterwegs ergeben, lassen sich so ebenfalls schnell notieren. Zur Not auch während der Fahrt – dank Sprachassistent. Diesen Luxus bietet das analoge Notizbuch natürlich nicht. Allerdings steht nirgendwo geschrieben, dass du nur die eine oder andere Methode nutzen darfst. Probier doch einfach aus, mit welchem Tool oder welcher Kombination aus Tools du am besten zurecht kommst. 

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Die richtige Auswahl

Auch die schönste To-Do-Liste bringt nichts, wenn sie überfüllt ist. Wenn du jede Kleinigkeit auf deine To-Do-Liste schreibst, wird sie dir nicht viel bringen. Dann hast du zwar die Aufgaben nicht mehr im Kopf, helfen wird dir die Liste aber trotzdem nicht.

Denn auch zu lange To-Do-Listen haben einen gewaltigen Nachteil: Du wirst es nicht schaffen, sie abzuarbeiten. Das führt wiederum dazu, dass du bei jedem Blick auf die Liste einen Schreck bekommst. Dann siehst du nämlich, wie viele Aufgaben noch vor dir liegen und wie wenig Zeit du dafür hast.

Das verursacht eine ganze Menge Druck und Stress und kann sogar dazu führen, dass du Aufgaben aufschiebst, statt sie zu erledigen. Die gefürchtete Prokrastination

Dabei müsste das gar nicht so sein. Auf die To-Do-Liste gehören nämlich nur wirklich wichtige Aufgaben, die noch dazu viel Zeit benötigen oder schnell erledigt werden müssen. Um diese Aufgaben zu identifizieren, kannst du zum Beispiel das Eisenhower-Prinzip nutzen. 

Die richtige Gewichtung

Um den Überblick auf der To-Do-Liste zu behalten, bietet sich noch ein weiteres Vorgehen an. Du solltest die Aufgaben nämlich nicht wahllos auf die Liste schreiben, sondern dir ein wenig Disziplin dabei angewöhnen.

Wichtige Aufgaben, die möglichst sofort erledigt werden sollten, gehören ganz oben auf die Liste. So hast du sie sofort im Blick und kannst morgens direkt damit starten. Unwichtigere Aufgaben wandern dagegen auf der To-Do-Liste weiter nach unten. Wenn du Probleme hast, die Aufgaben einzuteilen, kannst du ein weiteres Tool nutzen, das unter anderem für die Unternehmensführung genutzt wird: Die ABC-Analyse.

Grafik To-Do-Liste

Der richtige Umgang

Ganz wichtig, wenn du die To-Do-Liste dazu nutzen möchtest, deinen Arbeitstag zu strukturieren, ist die Aktualität. Aus diesem Grund solltest du deine To-Do-Liste jeden Tag überprüfen und notfalls überarbeiten:

  • Ist eine wichtige Aufgabe hinzu gekommen?
  • Kannst du eine Aufgabe an einen Kollegen/Mitarbeiter auslagern?
  • Was kannst du abhaken?
  • Kannst du alle Aufgaben realistisch im Laufe eines Arbeitstages abarbeiten?

Gerade die To-Do-Liste ist ein Tool, das sich ständig wandelt und das du daher permanent an deine Bedürfnisse anpassen solltest. Das gelingt aber nur, wenn du nicht an einer Vorgehensweise festhältst, sondern andauernd überprüfst, ob die noch die richtige für dich ist. 

Der richtige Umfang

Ideal ist eine To-Do-Liste, die du am Ende deines Arbeitstages abgearbeitet hast. Bis du so weit bist, wirst du vermutlich etwas Übung brachen. Denn von jetzt auf gleich gelingt es niemandem, seinen Tag so einzuschätzen, dass er optimal ausgefüllt ist ohne überladen zu sein.

Eine wichtige Fertigkeit auf diesem Weg ist der korrekte Umfang. Um den korrekt abschätzen zu können, solltest du die einzelnen Aufgaben in ihre Teilschritte zerlegen. Das gibt dir einen besseren Überblick, welche Aufgaben wie viel Zeit benötigen. Und genau das hilft dir dabei, eine realistische Zeit dafür zu veranschlagen. 

Sollte das auf deiner To-Do-Liste zu unübersichtlich werden, kannst du eine weitere Liste für diese Teilschritte anlegen. So hast du den großen Überblick immer vor Augen und kannst auf der zweiten Liste die Aufgaben nach einem detaillierten Fahrplan bearbeiten. 

Zum richtigen Umfang gehört außerdem, dass du einen zeitlichen Puffer einplanst. Denn nur die wenigsten Arbeitstage verlaufen so, wie wir sie ursprünglich geplant haben. Ein aufgeregter Telefonanruf eines Kunden kann dir den gesamten Tagesablauf durcheinander wirbeln. Eine gut geplante To-Do-Liste lässt dir die nötige zeitliche Flexibilität, um genau auf diese Dinge einzugehen ohne dir zu viel zeitlichen Druck zu machen. 

Der richtige Zeitpunkt

Übrigens solltest du die To-Do-Liste nicht erst morgens schreiben, wenn du im Büro bist. Denn: Die Liste soll dich von deiner mentalen Belastung befreien. Das wird dir aber nicht gelingen, wenn du abends die Aufgaben für den nächsten Tag (im Kopf) mit nachhause nimmst.

Plan daher ganz bewusst am Ende jedes Tages ein paar Minuten ein, in denen du dich der To-Do-Liste widmest. Aufgaben, die vom Tag noch offen ist, solltest du jetzt überprüfen. Haben sie sich schon erledigt oder musst du sie morgen angehen? Was steht für den nächsten Tag an? Gibt es längerfristige Aufgaben, bei denen du einige Arbeitsschritte schon abhaken kannst?

Dieser Zeitpunkt hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn du die To-Do-Liste schon abends schreibst, kannst du am nächsten Morgen direkt mit der Arbeit starten, statt dich zunächst zu sammeln und so rekapitulieren, was vom Vortag unerledigt geblieben ist. 

Investoren finden: so gehst du es richtig an

So überzeugst du Investoren

Du hast die eine, erfolgsversprechende Geschäftsidee und möchtest diese endlich verwirklichen. Deine Ziele sind groß und du bist von den Inhalten deiner Arbeit überzeugt. Endlich unabhängig vom Arbeitgeber und vor allem selbstbestimmt arbeiten. Selber ein Unternehmen zu Gründen ist für viele sehr reizvoll, der Schritt in die Selbständigkeit kann aber auch einige Herausforderungen mit sich bringen, wenn man es falsch angeht. Für die Umsetzung der eigenen Geschäftsidee fehlt es nämlich oft an Geld, Wissen und den nötigen Kontakten.
Daher heißt es oftmals in der Gründungsphase: Investoren finden!

Doch einen passenden Investor zu finden und diesen dann noch zu überzeugen ist gar nicht so leicht.
Selbst, wenn dein Konzept vielversprechend aussieht, dein präferierter Kapitalgeber investiert auch in dich als Gründer.
Selbstständigkeit erfordert Mut, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, es fließt also viel Leidenschaft in das eigene Geschäftsmodell.
Wo und wie du die passenden Investoren finden und letztendlich von dir und deiner Geschäftsidee überzeugen kannst erfährst du im Folgenden….

Darüber solltest du dir von Anfang an im Klaren sein

Du wirst keinen Investoren finden, wenn du nicht von vorne herein dazu bereit bist Anteile deiner Firma abzugeben.
Ein passendes Video dazu findest du hier.
Mit deiner Abgabe, steht den Investoren in den meisten Fällen ein Mitspracherecht angepasst an den prozentualen Besitzanteil zu. Insbesondere in den ersten Phasen solltest du damit rechnen zwischen 15% und 30% abgeben zu müssen. Ab einem Anteil von über 25,1% besteht eine Entscheidungsmacht mit Einfluss auf die internen Prozesse.

Wo befindet sich mein Unternehmen.

Wo befinde ich mich?

Um ein Investor zu gewinnen, solltest du dir zunächst bewusst machen, wo du dich befindest und wo du hin möchtest.
Deshalb solltest du dir, bevor du dich auf die Investorensuche begibst, deine Wünsche und Ziele bewusst machen.
Möchte ich nur eine Finanzspritze oder eine langfristige Partnerschaft?
Aber auch Mentalität und Wertvorstellung von dir und deinem Investor sollten übereinstimmen.
Schließlich sollte deine Geschäftsidee auch zum Horizont des Investors passen.
Damit du auf passende, potenzielle Investoren zu gehen kannst, solltest du dir zunächst darüber im Klaren sein, in welcher Phase deine Firma aktuell steckt.

Seed Phase beschreibt die eigentliche Gründungsphase deines Unternehmens. Ein gut aufgestelltes Gründerteam ist hier ein wichtiger Baustein, denn zu Beginn treffen Expertise und Fähigkeiten häufig auf eine Startup-Mentalität. Also muss dein Team flexibel agieren können. Einzelgründer haben daher in dieser Periode einen Nachteil gegenüber mehreren.

Startup Phase spezifiziert die Schritte, die dein Unternehmen nach Gründung bis hin zur Markteinführung durchläuft. Du forschst und entwickelst fleißig dein Produkt und arbeitest täglich am Aufbau deines Vertriebs- und Produktionsnetzwerks. Von deinem Produkt existiert bereits ein Prototyp oder ist bereits finalisiert. Der Markteintritt steht kurz vor der Tür und die Kundenakquise ist bereits in vollem Gange. Während dieser Zeit werden Investoren insbesondere zur eigentlichen Gründungsfinanzierung und Produktentwicklung herangezogen. Jetzt heißt es das Unternehmen bekannt zu machen, weshalb ein Teil der Investitionen in die Marketingaktivitäten gesteckt wird.
Auch in dieser Phase noch beanspruchen die Aufwendungen deutlich mehr Kapital, als bereits erwirtschaftet werden kann. Gründer greifen deshalb gerne auf Kredite von sogenannten Business Angels oder auf Fördermittel zurück.

First Stage entspricht der Wachstumsphase. Dein Vertrieb wird weiter auf- und ausgebaut und die ersten direkten Konkurrenten kommen auf den Markt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musst du jetzt deine Produkte und/oder Dienstleistungen weiterentwickeln. In dieser Phase sind größere Finanzierungen durch Fremdkapital möglich und sinnvoll.
Die Bridge Phase gehört ebenfalls zur Wachstumsphase und umschreibt eine weitreichende Expansion, den Gang an die Börse.
Hierzu wird meistens Kapital in Form einer Überbrückungsfinanzierung zur Verfügung gestellt, dass mit den Erträgen des Börsengangs beglichen wird. Geldgeber sind in den meisten Fällen Investment-Banken und Emissionsgesellschaften.

Welcher Investor ist der Richtige?

Nachdem du dir über den Standpunkt deines Unternehmens im Klaren bist und realistisch einschätzen kannst, an welchen Punkten du Unterstützung benötigst, machst du dich auf die Suche.
Allerdings fordert das Investorenfinden Disziplin und Ausdauer. Um Zeit und Ressourcen zu schonen solltest du daher einige Punkte beachten.
Die Beantwortung der folgenden Fragen grenzt den Kreis der potenziellen Investoren ein. Demotivierende Rückschläge lassen sich so verhindern und du sprichst die Richtigen mit deiner Idee an.

Hat der potenzielle Investor bereits Erfahrungen in der Branche?

Wenn ich von meinem Investor Expertise und Fachwissen erwarte, sollte das auf jeden Fall gegeben sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass Fehleinschätzungen des Investors Prozesse erschweren oder beeinträchtigen, da eventuell Erfahrungswerte anderer Branchen nicht auf den jeweiligen Markt übertragbar sind.
Außerdem kann ein Investor mit Branchenerfahrungen Zugang zu wichtigen Netzwerken schaffen und das Vermitteln von wichtigen Kontakten deutlich erleichtern.

Hat der Investor bereits in eine Unternehmensgründung investiert?

Beschaffe dir Informationen zum Image des Investors. Hat er bei Projekten mit anderen Gründern Durchhaltevermögen gezeigt oder stand hierbei immer nur der schnelle Gewinn im Vordergrund? Sieh dir die Unternehmen an, die entsprechende Förderungen bezogen haben und welches Wachstum sie verzeichnen.
Wann ist der Investor ausgestiegen und vor allem für wie viel? So kannst du auch einschätzen, wie der potenzielle Investor auf Planabweichungen reagiert.
Bedenke aber immer, dass obiges nicht mehr von Relevanz ist, wenn die Chemie zwischen euch nicht stimmt und ihr die Lust an der Zusammenarbeit verliert. Ihr werdet viel Zeit miteinander verbringen, zusammen Brainstormings machen oder Kontakte knüpfen. Viele Unternehmerische Entscheidungen lassen sich nicht über einen Videocall besprechen, daher ist die örtliche Nähe ebenfalls vorteilhaft.

5 verschiedene Investortypen

Jetzt weist du wo du dich befindest und an welchen Stellen du Support benötigst. Aber welche Arten von Investoren gibt es überhaupt und wie investieren sie?
Grundsätzlich wird zwischen fünf verschiedenen Arten von Investoren unterschieden:

  • Inkubatoren
  • Company Builder
  • Acceleratoren
  • Venture Capital Gesellschaften
  • Business Angels

5 Investortypen
Inkubatoren legen Wert auf eine enge Zusammenarbeit. Daher geht die Unterstützung seitens des Investors meistens über den finanziellen Bereich hinaus. Du bekommst hier ausreichend Input zur Ideenfindung und der Ausbau deines Businessplans ist ebenfalls in professionellen Händen.
Company Builder sind eine etwas andere Form von Investoren, denn hier bringt der Investor die Geschäftsidee mit. Dem entsprechend kommt in diesem Fall der Investor auf dich zu und will dich als Teil seines Gründerteams. Du arbeitest mit deinem Investor und deinem Team Ideen aus und setzt diese dann um. Falls du bereits eine Geschäftsidee hast, kannst du dich von dieser Art von Investor verabschieden.
Der Accelerator beschränkt sich darauf, dich mit Fachwissen und Mentoring zu unterstützen. Finanzielle Spritzen sind in der Regel kein Teil eurer Zusammenarbeit, wenn erhaltet ihr nur kleinere Summen. Meistens ist diese Form der Kooperation nicht von langer Dauer und beschränken sich nur auf einen kurzen Beratungszeitraum. Diese Form des Investments eignet sich, wenn du bereist über Kapital verfügst aber noch den Schubs in die richtige Richtung brauchst.
Venture Capital Gesellschaften sichern dir über einen langfristigen Zeitraum Eigenkapital zu, verringern ihr Verlustrisiko aber meistens durch Kontroll- und Mitspracherechte. Sollte sich dein Unternehmen aktuell in den Early Stages oder der Wachstumsphase befinden, ist es möglich, dass du in dieser Gruppe deinen passenden Investoren finden kannst.
Sogenannte Business Angels sind wohl die bekannteste und beliebteste Form von Investoren. Solltest du nach einer Privatperson suchen, die sich aktiv in dein Unternehmen integriert, meist schon ab den frühen Phasen, ist dieser Art von Risikokapitalgeber deine Anlaufstelle. Du kannst hier häufig von jahrelangem Know-how und Managementqualitäten profitieren. Bei Gründungswettbewerben hast du die Chance mit einem starken Auftritt ein Investor zu überzeugen. Vorausgesetzt du bist flexibel und dynamisch in deiner Unternehmensstruktur, denn eventuell hat dein Business Angel mit seinen Anteilen vor einiges zukunftsweisend zu verändern.

Jetzt heißt es: überzeugen!

Voraussetzung Nummer 1: Du musst zu 1000% von dir und deiner Geschäftsidee überzeugt sein!
Wie willst du jemand anderen überzeugen, wenn du es selbst nicht bist? Du wirst besonders zu Anfang mit viel Gegenwind rechnen müssen.
Überzeuge mit deiner starken Persönlichkeit!
Heutzutage sind die Markteintrittsbarrieren aufgrund von Internet und ausgereiften Techniken viel geringer als vor einigen Jahren. Ein Investor investiert daher in erster Linie in dich als Person.
Die folgenden Charaktereigenschaften solltest du auf jeden Fall mitbringen, wenn du jemanden davon überzeugen willst, in dich zu investieren:

  • hohe Leistungsbereitschaft
  • Durchhaltevermögen
  • hohe Frustrationstoleranz
  • konstruktive Denkweise
  • Fachkenntnisse
  • kaufmännisches Wissen
  • Talent für Vertrieb und Akquise
  • Führungspotenzial

Der perfekte Pitch

Eine gute Vorbereitung und ein professionelles Auftreten sind das A und O in diesem Zusammenhang! Für viele Investoren gehören Gründer, die nach Kapital fragen zum Tagesgeschäft.
Stich heraus!
Stelle einen soliden und vor allem REALISTISCHEN Businessplan auf. Du musst über deine Zahlen Bescheid wissen! Eine zu hohe Unternehmensbewertung von deiner Seite schreckt ab und steht einem möglichen Investment im Weg.
Stelle deine Idee in einer gut durchdachten und interessanten Präsentation dar. Niemand hat Lust sich über 50 Seiten hinweg nur Zahlen und Fakten durchzulesen.
Fasse die Eckdaten deines Unternehmens und deiner Geschäftsidee auf ungefähr 15 Seiten in einer Executive Summary oder einem sogenannten Pitchdeck zusammen.
Am Ende nicht erfolgsrelevant, aber am Anfang entscheidend: der oberflächliche (erste) Eindruck. Hier kommt es natürlich auf die Branche an aber bedenke immer, dass deine Kleidung deine Persönlichkeit unterstreicht.
Um ein Investor finden und beeindrucken zu können, musst du ein „return on investement“ in Aussicht stellen. Du benötigst dafür eine klare Wachstumsstrategie, bereite dich hier auch auf eventuelle Fragen der Kapitalgeber vor. Sei transparent und ehrlich, auch wenn das unangenehm sein kann, anders wirst du nicht das Vertrauen des Investors gewinnen. Kläre im Voraus aus rechtlicher Perspektive alles ab, nur so stellst du sicher, dass Folgefinanzierungen möglich sind und keine Partei benachteiligt wird. Wie würde ein plausibles Exit Szenario aussehen?

Präsentiere dein Produkt als Problemlösung!

Dein Produkt stellt sich vor den Investoren nur als gewinnbringend dar, wenn Bedarf am Markt herrscht. Schaffe bei deinem Wunschinvestor das Bewusstsein für ein bestehendes Problem, was dein Produkt oder deine Dienstleistung löst. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du das Ganze noch mit aussagekräftigen Statistiken und Zahlen belegen.
Im Zuge der Marktrelevanz solltest du näher auf deine Zielgruppe eingehen. Welche Zielgruppe sprichst du an und wieso wirst du dort Erfolg haben?

Und nun das Wichtigste: dein Alleinstellungsmerkmal!

Du wirst keinen Investoren finden, wenn dein Produkt in dieser Form schon unzählige Male auf dem Markt vertreten ist. Also mache deutlich klar, was genau dein USP ist und wie sich dein Produkt von anderen unterscheidet. Nachdem du dich, deine Geschäftsidee und dein Produkt präsentiert hast, mache einen konkreten Vorschlag für den nächsten Schritt. So weiß der Investor, dass du gut informiert und strukturiert arbeitest und handelst.

Kleiner Tipp zum Schluss:

Drehe mögliche Schwächen zu deinem Vorteil um. Ein junges Alter kann zunächst als negativ interpretiert werden, da dies eventuell mit unprofessionellem Verhalten und Leichtsinn in Verbindung gebracht wird. Im Gegensatz dazu sind junge Gründer viel flexibler, können unvoreingenommen und ohne Branchenblindheit eine Geschäftsidee verwirklichen und so Investoren finden.

Kano Modell: So nutzt du es für mehr Kundenzufriedenheit

Beitragsbild Kano Modell
Beitragsbild Kano Modell

Kano Modell: So nutzt du es für mehr Kundenzufriedenheit

Fällt es dir schwer, diejenigen Faktoren zu identifizieren, die wirklich zur Kundenzufriedenheit beitragen und nicht bloßes Beiwerk sind? Möchtest du wissen, was deine Kunden wirklich an deinem Angebot schätzen und wie du noch mehr von der Konkurrenz abheben kannst? Dann solltest du dich mit dem Kano Modell beschäftigen. Denn nicht ohne Grund gehört dieses Modell zu den Klassikern im Qualitätsmanagement…

Kano-Modell: Was versteht man darunter?

Das Kano Modell stammt ursprünglich aus dem Qualitätsmanagement. Erdacht hat es sich der japanische Dozent und Autor Professor Noriaki Kano im Jahr 1978, als er an der Universität von Tokio lehrte und forschte.

Kurz zusammengefasst besagt das nach ihm benannte Modell folgendes: Die Erwartungen von Kunden unterscheiden sich untereinander – und das gleich doppelt: Es gibt Erwartungen, die schwerer wiegen als andere und die damit die Kundenzufriedenheit überproportional beeinflussen. Auf der anderen Seite werden nicht alle Kunden die gleichen Merkmale oder Eigenschaften als wichtig betrachten. Es gibt also auch gewaltige individuelle Unterschiede zwischen deinen Kunden. Diese unterschiedlichen Faktoren herauszufinden, ist zentral für ein erfolgreiches Unternehmen und einen erfolgreichen Unternehmer. 

Das bedeutet, dass die Verbesserung eines Merkmals oder einer Produkteigenschaft vielleicht noch gar nichts an der Zufriedenheit deiner Kunden ändert. Es kommt vielmehr darauf an, dass du das richtige Merkmal identifizierst. 

Dabei bietet das Kano Modell noch einen weiteren Nutzen für dich: Wenn du die entsprechenden Merkmale identifiziert hast, die deinen Kunden besonders wichtig sind, kannst du diese für die weitere Produktentwicklung oder dazu nutzen, dein Angebot weiter zu optimieren.

In diesem Sinne kann ein richtig angewandtes Kano Modell dabei helfen, dich noch weiter von der Konkurrenz abzusetzen und langfristig erfolgreicher zu werden. 

Die verschiedenen Merkmale im Kano Modell

Das Kano Modell geht also davon aus, dass eine genaue Analyse der Kundenwünsche dazu führt, dein Produkt oder deine Dienstleistung zu verbessern. Diese Erkenntnis wird dich sicherlich nicht verwundern, denn genau davon geht jeder erfolgreiche Unternehmer ohnehin aus.

Der Vorteil des Kano Modells liegt aber darin, dass dir ganz konkrete Faktoren an die Hand gegeben werden, mit denen du die Wünsche deiner Kunden genauer klassifizieren kannst. 

Folgende Kategorien sind für das Kano Modell relevant:

Basis-Merkmale im Kano Modell

Diese Merkmale deines Produktes sind für Kunden vollkommen selbstverständlich. Das bedeutet, dass du damit keine große Steigerung der Kundenzufriedenheit erzielen kannst – solange die Merkmale da sind. Fehlen sie jedoch, kann es ganz schön übel aussehen. Denn dann sinkt die Zufriedenheit mit dem Produkt massiv. 

Beispiel

Als Hotelier bietest du deinen Gästen W-LAN im Zimmer an. Als echtes Feature kannst du das nicht verkaufen, denn kabelloses Internet, in der Regel sogar kostenlos, gehört heutzutage zur Grundausstattung von Hotelzimmern dazu. 

Fehlt dagegen W-LAN kannst du schnell den Unmut deiner Gäste auf dich ziehen. Vor allem dann, wenn du ein Konferenzhotel betreibst und die Gäste regelmäßig auf ihren Zimmern arbeiten.

Mit den Basis-Merkmalen kannst du laut Kano Modell also nichts gewinnen. Sind sie vorhanden, fallen sie nicht weiter auf. Sie sind also auch kein Wettbewerbsvorteil. Fehlen sie dagegen, macht das deine Kunden unzufrieden und du wirst sie auf lange Sicht verlieren.

Leistungs-Merkmale im Kano Modell

Die Leistungs-Merkmale wirken dagegen schon etwas offensichtlicher beim Kunden. Mit dem Ergebnis, dass sie durchaus dazu beitragen, dass der Kunde mit dem Produkt oder der Dienstleistung zufrieden ist, wenn das Leistungs-Merkmal vorhanden ist. 

Leistungs-Merkmale sind dem Kunden durchaus bewusst und tragen dazu bei, dass sich der Kunde für oder gegen dein Produkt entscheidet. Das Interessante an Leistungsmerkmalen ist, dass sie geradlinig ansteigen. Bedeutet: Je mehr und besser die Merkmale erfüllt sind, umso zufriedener ist der Kunde letzten Endes. Basismerkmale und Begeisterungsmerkmale steigen oder fallen dagegen eher exponentiell ab. 

Beispiel:

Bleiben wir bei unserem Hotel-Beispiel. Wenn du ein erfolgreicher Hotelier werden möchtest, kannst du dich durch unterschiedliche Leistungs-Merkmale von der Konkurrenz abheben. W-LAN bietest du zum Beispiel nicht nur bis zu einem bestimmten Download-Volumen, sondern komplett kostenlos an. Mit diesem zusätzlichen Plus an Service zeichnest du dich gegenüber der Konkurrenz aus.

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Begeisterungs-Merkmale im Kano Modell

Die Begeisterungsmerkmal schließlich sind dein unverwechselbares Merkmal. Das Feature, das dein Produkt oder deine Dienstleistung zu dem macht, was sie ist. Ein anderes Wort für Begeisterungsmerkmal ist USP, dein unique selling point, dein Alleinstellungsmerkmal. 

Mit dem Begeisterungsmerkmal rechnet dein Kunde nicht unbedingt. Und genau diesen Effekt solltest du nutzen. Denn das lehrt uns das Kano Modell ebenfalls: Begeisterungsmerkmale können sich überproportional für dich lohnen.

Im Gegensatz zu den Leistungsmerkmalen steigt bei den Begeisterungsmerkmalen die Kundenzufriedenheit nämlich nicht geradlinig an. Im Gegenteil, wenn du mit deinem Begeisterungsmerkmal voll ins Schwarze triffst, kannst du auch mit einem scheinbar kleinen Feature eine unglaubliche Wirkung entfalten. Denn die Kurve steigt nahezu exponentiell an – und wie wir mittlerweile wissen, ist das beachtlich. 

Beispiel

In unserem Tagungshotel könntest du mit einer ganz simplen Geste, eine unglaubliche Wirkung entfalten. Wir alle kennen doch das Problem: Man kommt abends nach einer recht langen und vielleicht auch unerfreulichen Anreise im Hotel an. Was fehlt auf dem Zimmer? Genau! Eine Flasche Wasser. Wenn du nun deinen Gästen eine kostenlose Flasche Wasser zur Verfügung stellst, werden sie das sicherlich zu schätzen wissen. Und nicht nur das: Mit etwas Glück werden sie diese Geste so gut in Erinnerung behalten, dass sie auch Bekannten und Kollegen davon erzählen und dein Hotel weiterempfehlen. Mit dem Einsatz von ein paar Cent für eine Flasche Wasser hast du damit einen unglaublichen und effektiven Nutzen erzielt. 

Unerhebliche Merkmale und Rückweisungs-Merkmale im Kano Modell

Viele Artikel zum Kano Modell begnügen sich mit den oben genannten Merkmalen. Tatsächlich gehören zum ursprünglichen Modell aber noch zwei weitere, nämlich die unerheblichen und Rückweisungs-Merkmale. Der Vollständigkeit halber seien die ebenfalls genannt:

  1. Unerhebliche Merkmale: Der Name deutet es schon an. Unerhebliche Merkmale sind solche, die auf die Kundenzufriedenheit keinen Einfluss haben. Es macht also keinen Unterschied für den Kunden, ob diese Merkmale vorhanden sind oder nicht. Für dich können sie aber trotzdem relevant sein. Wenn du zum Beispiel merkst, dass du ein unerhebliches Merkmal immer noch mit anbietest, solltest du es streichen. Denn in der Regel wird dich jedes zusätzliches Merkmal entweder Zeit oder Geld, im schlimmsten Fall sogar beides kosten. Wenn du es einfach ersatzlos streichst, hast du Zeit und/oder Geld gespart, an der Kundenzufriedenheit hat sich aber nichts geändert. 
  2. Rückweisung-Merkmale: Diese wiederum können sich auf die Zufriedenheit auswirken. Aber anders, als du zunächst vielleicht vermuten würdest: Wenn Rückweisungsmerkmale vorhanden sind, ist der Kunde unzufrieden. Sind sie nicht da, ist es dagegen positiv für dich, denn dann ist er zufrieden. 

Übrigens: In diesem Sinne hat das Kano Modell eine Berührungspunkte mit einer anderen, durchaus erfolgreichen Methode, die dir dabei helfen kann, dein Business zu optimieren: Der Zwei-Faktor-Theorie

Grafik Kano Modell

Gewöhnungseffekt nicht vergessen

Zusätzlich zu den genannten Faktoren darf ein weiterer Effekt nicht vergessen werden: Die Zeit. Denn mit der Zeit können sogar Begeisterungsmerkmale zu schnöden Basismerkmalen werden.

Das wiederum lässt sich recht gut am Beispiel eines Autos verdeutlichen. Noch vor einigen Jahren waren Autos mit ABS etwas ganz besonderes. Es war also keineswegs selbstverständlich, dass das Auto über diese Ausstattung verfügte. Für Autobauer war vor 20 Jahren ABS also ein echtes Begeisterungsmerkmal, mit dem sie sich von der Konkurrenz absetzen konnten. 

Heute dagegen kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen. Im Gegenteil, wenn ABS im Auto fehlt, dürfte das eher ein Argument gegen den Kauf sein. Das frühere zusätzliche Feature, das sogar ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz war, ist heute zu einem schlichten Basismerkmal verkommen.

Das zeigt eins ganz deutlich: Den Faktor Zeit und mit ihm den Gewöhnungseffekt darfst du unter keinen Umständen bei deinen Betrachtungen vergessen. Sondern musst ihn über kurz oder lang in deine Analysen mit einbeziehen. 

Aber nicht nur das: Unterschiedliche Merkmale können für unterschiedliche Kundengruppen ganz andere Dinge bedeuten. So kann ein Basismerkmal für eine Gruppe von Kunden ein Leistungs- oder gar Begeisterungs-Merkmal für eine andere Gruppe sein. Bevor du also eine Analyse nach dem Kano Modell für deine Produkte oder Angebote startest, solltest du deine Gruppen genau kennen und einteilen. Denn ein Merkmal des Kano Modells gilt immer nur für ein genau festgelegtes Kundensegment. 

Das Kano Modell in der Praxis 

Welche Merkmale für deine Kunden zu welcher der drei Gruppen gehören, findest du in der Regel durch Interviews heraus. Auch persönliche Gespräche geben dir einen guten Einblick, welche Features für deine Kunden zentral sind und was du dagegen in Zukunft eher vernachlässigen kannst. Persönliche Gespräche benötigen natürlich mehr Zeit, als standardisierte Fragebögen, die du gleichzeitig an eine große Gruppe austeilen kannst.

Wichtig bei Interviews und Gesprächen sind zwei Typen von Fragen, die du unbedingt beachten sollest:

  1. Funktionale Frage: Was würden Sie davon halten, wenn das Produkt das Merkmal (hier nennst du ein Merkmal, das du vorher als Leistungsmerkmal identifiziert hast) enthalten würde?
  2. Dysfunktionale Frage: Was würden Sie davon halten, wenn das Produkt das Merkmal (hier nennst du ein Merkmal, das du vorher als Leistungsmerkmal identifiziert hast) nicht enthalten würde?

Um einen möglichst genauen Eindruck zu bekommen und die Aussage konkret bewerten zu können, brauchst du eine Abstufung bei den Antwortmöglichkeiten:

Die Skala der Antworten reicht von:

  1. Würde mich freuen
  2. Ist für mich selbstverständlich
  3. Macht für mich keinen Unterschied. Ist mir gleich.
  4. Akzeptiere ich gerade noch so.
  5. Könnte ich nicht mehr akzeptieren. Empfände ich als sehr störend. 

Wenn du die Fragen entsprechend konzipierst, kannst du einen guten Eindruck davon erhalten, was für deine Kunden unbedingt wichtig ist, welche Merkmale sich als USP eignen und worauf du in Zukunft getrost verzichten und diese Zeit effektiver einsetzen kannst. 

Resilienz lernen: So prallen Krisen von dir ab

Beitragsbild Resilienz
Beitragsbild Resilienz

Resilienz lernen: So prallen Krisen von dir ab

Vor allem als Selbstständiger oder Führungskraft kann der Arbeitstag ganz schön anstrengend sein und nicht selten gehörig an den Nerven zerren. Die gute Nachricht: Das geht auch deinen Kollegen und Konkurrenten so. Doch etwas ganz Interessantes zeigt sich dabei: Nicht alle Personen gehen gleichermaßen mit der Belastung um. Einige kommen scheinbar besser mit Druck, Stress und Rückschlägen zurecht als andere. Der Grund dafür scheint in ihrer Fähigkeit zur Resilienz zu liegen. Was man gemeinhin darunter versteht und – noch viel wichtiger  – wie du Resilienz lernen und deine Fähigkeit zur Resilienz sogar trainieren kannst, erfährst du jetzt…

Resilienz: Was versteht man darunter?

Interessanterweise stammt der Begriff, den wir heute gerne zur Beschreibung unserer Psyche nutzen, aus der Physik. Genauer gesagt aus der Werkstoffkunde. Und gleich wird klar, warum Psychologen diese Bezeichnung auch für sich beansprucht haben:

Resilienz – das Wort stammt von dem lateinischen Verb resilire ab, was „abprallen oder zurückspringen“ bedeutet  – meint in der Physik nämlich die Eigenschaft von bestimmten Materialien, nach einer Belastung oder Verformung wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu kehren. 

Resiliente Personen verfügen ebenfalls über diese Kunst. Sie können auch nach einer starken Belastung recht zügig wieder zu dem eigentlichen Ausgangspunkt zurück kehren. Lassen sich also nicht großartig von Rückschlägen beeindrucken. 

Resilienzfaktoren: Diese Merkmale spielen eine Rolle

Es scheint ganz bestimmte Faktoren zu geben, die uns besser mit Krisen und Rückschlägen umgehen lassen. Diese Merkmale oder Verhaltensweisen nennt die psychologische Forschung Resilienzfaktoren. Denn sie scheinen die Widerstandsfähigkeit unserer Psyche zu stärken wie ein Ingwer-Shot unser Immunsystem im Winter.

Resilienzfaktoren sind dabei gleich in doppelter Hinsicht unbedingt erstrebenswert: Sie helfen dir dabei, Krisen und Rückschläge besser zu verdauen und nach einer Niederlage wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Noch dazu scheinen Personen, die über relativ viele Resilienzfaktoren verfügen, insgesamt weniger anfällig für Stress zu sein. Auch das ist nicht übel. Denn stressig geht es in den meisten Berufen und vor allem als Führungskraft zu. Wer es dann schafft, sich dadurch möglichst nichts anhaben zu lassen, kommt besser durch den Arbeitstag.

In diesem Sinne trägt Resilienz sogar dazu bei, dass du motivierter und produktiver arbeitest und vor allem auch deine Mitarbeiter dementsprechend führen kannst. Ganz zu schweigen davon, dass dein motiviertes Auftreten auch einen bleibenden Eindruck bei deinen Kunden hinterlassen wird.

Diese seelischen Widerstandsfaktoren gibt es

Grafik Resilienz

Kurzum, die Resilienzfaktoren können dich davor schützen, dich von Rückschlägen und Krisen zu sehr fertig machen zu lassen. Vielleicht entdeckst du den ein oder anderen der nur folgenden Resilienzfaktoren bei dir? Sollte das so sein, umso besser! Dann hast du gute Voraussetzungen, um deine Resilienz noch weiter zu trainieren. 

1. Empathie

Resilienz ist nicht nur auf dich selbst bezogen, sie bedeutet noch mehr. Die seelische Widerstandsfähigkeit meint nämlich, dass du auch dazu in der Lage sein musst, auf andere Menschen einzugehen und dich in sie hineinzuversetzen.

Das trägt nicht nur dazu bei, dass du wohl generell weniger Konflikte haben wirst, sondern macht dich zu einem Menschen, mit dem man gerne Kontakt hat. Gerade im Vertrieb ist das ein unschätzbarer Vorteil. 

2. Emotionssteuerung

Mit dem Begriff Emotionssteuerung ist gemeint, dass du deine Gefühle recht gut kontrollieren kannst. Das bedeutet natürlich nicht, dass du zu einem gefühllosen Roboter mutieren müsstest.

Im Gegenteil, natürlich gehört es gerade dazu, dass du auch emotional bist. Denn Emotionen zu zeigen und damit auf andere Menschen zu reagieren und mit ihnen zu interagieren, ist in der zwischenmenschlichen Begegnung unglaublich wichtig. Vor allem dann, wenn du Kunden von deinem Angebot überzeugen und Mitarbeiter zu besserer Leistung motivieren möchtest. 

3. Impulskontrolle

Wenn du über eine gute Impulskontrolle verfügst bedeutet das lediglich, dass du dich gut im Griff ist. Diese Eigenschaft darf gerade im Vertrieb und beim Umgang mit etwas schwierigen Mitarbeitern nicht unterschätzt werden.

Denn die Kunst, eben nicht auszuflippen, wenn es mehr als genug Gründe dafür gäbe, ist im alltäglichen Miteinander nicht zu unterschätzen. Noch dazu gibt es starke Hinweise darauf, dass Menschen mit ausgeprägter Fähigkeit zur Impulskontrolle beruflich erfolgreicher sind als andere.

Du solltest also nicht nur im Hinblick auf eine gut funktionierende Resilienz, dich in der Kontrolle deiner ersten Impulse üben. 

4. Kausalanalyse

Dieser etwas sperrige Ausdruck bezeichnet im Prinzip eine ganz einfache und noch dazu einleuchtende Sache: Wer die kausalen Zusammenhänge von Konflikten und Problemen versteht, kann daran etwas ändern.

Aber nicht nur das, die Einsicht darin, dass es zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen einer schlechten Schulnote und ständig „vergessenen“ Hausaufgaben gibt, hat noch einen weiteren Effekt: Bei einer 5 in Mathe setzen sich Schüler, die die kausalen Zusammenhänge einsehen, auf den Hosenboden und ändern etwas an ihrem Verhalten.

Übertragen auf die Arbeitswelt bedeutet das: Mitarbeiter oder Selbstständige, die einen Misserfolg haben, suchen die Schuld nicht zuerst bei anderen. Jedenfalls dann nicht, wenn sie die Kausalanalyse korrekt anwenden können. Sie verstehen vielmehr, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben (oder eben gerade nicht dazu beigetragen haben), dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist.

Kausalanalyse bedeutet aber noch mehr: Der eigene Anteil am Erfolg einer Sache wird realistisch eingeschätzt. Sich mit fremden Federn zu schmücken kommt bei Menschen, die die kausalen Zusammenhänge gut analysieren können, eher selten vor. 

5. Realistische Einschätzung

Resiliente Personen akzeptieren Rückschläge als das, was sie sind: Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Im Leben geht es eben nicht immer nur bergauf. Das erkennen Personen mit einer realistischen Einschätzung an.

Natürlich bedeutet das nicht, dass sie sich von wirklich schlimmen Erfahrungen, wie beispielsweise dem Tod einer geliebten Person, nicht herunter ziehen lassen würden.

Es geht vielmehr um den Umgang mit der Situation an sich. Und der ist eben realistisch. Bedeutet: Sie akzeptieren den Schmerz und das Unheil, können nach kurzer Zeit aber wieder den Blick nach vorne richten und sich auf neue Herausforderungen konzentrieren. Menschen mit einer realistischen Einschätzung oder einem gesunden Realismus kennzeichnet meist eine konstruktive Herangehensweise an Probleme und Krisen. 

6. Selbstbewusstsein

Personen, die über eine ausgeprägte Resilienz verfügen, sind sich ihrer Stärken und Kompetenzen bewusst.

Statt sich über Dinge zu beklagen, die nicht funktionieren, gehen sie Herausforderungen proaktiv an. Du ahnst es schon: Auch diese Eigenschaft hat sehr viel mit Erfolg zu tun. Denn resiliente Menschen in diesem Sinn lassen nicht zu, dass sie in die Opferrolle gedrängt werden, sondern suchen nach Lösungen und Auswegen aus dem Schlamassel.

Dass sie sich das überhaupt zutrauen, liegt eben daran, dass sie über ein wirksames Selbstbewusstsein verfügen.

7. Zielorientierung

Zielorientierung macht nicht nur resiliente, sondern vor allem auch erfolgreiche Menschen aus. Denn sie verstehen es, sich etwas in den Kopf zu setzen und dieses Ziel mit Nachdruck zu verfolgen.

Das tun sie, weil sie es wirklich möchten und es ihrem inneren Antrieb entspricht und machen es damit nicht etwa nur deshalb, weil der Vorgesetzte oder jemand anders es verlangt. 

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Resilienz lernen: So gelingt es

Nach all den Faktoren, die wir uns gerade angesehen haben, scheint das Thema Resilienz ein echter Brocken zu sein. Vielleicht fragst du dich jetzt darum, wie du derart bestimmende Merkmale deiner Persönlichkeit trainieren kannst, wenn du Probleme damit hast, dich zwei bis drei Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu quälen.

Die leider traurige Nachricht: Niemand hat behauptet, dass es leicht sein würde, die eigene Resilienz zu verbessern. Wichtig ist dabei nur, dass du wissen solltest, dass es tatsächlich geht. 

Denn aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass die eigene Persönlichkeit veränderbarer ist, als man noch bis vor einigen Jahren angenommen hat. Bis dahin herrschte die Meinung in der Wissenschaft, dass die persönliche Entwicklung irgendwann in den 20ern eines jeden Menschen abgeschossen ist. Seit einiger Zeit wissen wir allerdings, dass dem nicht zwingend so ist.

Du kannst also auch dann, wenn du zu den älteren Semestern gehörst, noch etwas an deinen charakteristischen Merkmalen ändern und deine Resilienz trainieren. Denk immer daran: Resilienz hat sehr viel mit deiner Einstellung zu Dingen zu tun.

Resilienz trainieren: Diese Tipps helfen dir dabei resilient zu werden

Die Forschung zur Resilienz gibt unterschiedliche Tipps, wie Menschen ihre eigene Resilienz trainieren oder damit anfangen können, Resilienz zu lernen. Zum Abschluss möchte ich dir einige ausgewählte Tipps für mehr Resilienz mit auf den Weg geben. Probier aus, wie du damit zurecht kommst und lass mich gerne wissen, ob dir die Resilienz-Tipps weitergeholfen haben:

Glaube an dich und deine Fähigkeiten 

Genau das solltest du ohnehin tun, wenn du erfolgreich sein möchtest. Aber natürlich gibt es meist noch Luft nach oben. Eine gute Möglichkeit, dein Selbstbewusstsein und deine Selbstwirksamkeit noch weiter auszubauen, ist ein Erfolgstagebuch. Darin hältst du alle Dinge fest, die exzellent funktioniert haben. Auch Stärken und persönliche Kompetenzen gehören in dieses Tagebuch hinein. In schlechten Zeiten kannst du hier nachlesen und dich darauf besinnen. 

Reflektiere vergangene Krisen

Auch bereits überwundene Krisen können dabei helfen, deine Resilienz zu trainieren. Versuch dich daran zu erinnern, auf welche Weise du frühere schlechte Zeiten gemeistert hast. Unter Umständen hilft dir die damalige Lösung auch für dein aktuelles Problem. Wenn nicht, kannst du die überstandene Krise immer noch als Beispiel dafür nutzen, dass es dir schon einmal gelungen ist, dich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Akzeptiere Niederlagen

Für kaum einen Menschen geht es immer nur nach oben. Rückschläge und Krisen gehören nun einmal zum Leben mit dazu. Das hat aber nichts mit dir oder deiner Persönlichkeit zu tun, sondern ist vollkommen normal. Wenn du lernst, das anzunehmen, bist du schon einen Schritt weiter Richtung Resilienz.

Tu etwas für dich selbst

Aktive Entspannung, Achtsamkeitstraining oder eine Extremsportart – die Möglichkeiten, einen Ausgleich zum Job zu finden sind extrem vielfältig. Es ist also an dir, dich für die richtige Option zu entscheiden. Je besser und öfter du abschalten und etwas für deine Erholung tust, umso resilienter kannst du neuen Problemen begegnen.